Der Klimawandel nimmt immer mehr an Fahrt auf. Das vergangene Jahr war weltweit das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Erstmals überschritt die globale Durchschnittstemperatur das vorindustrielle Niveau um 1,5 Grad. Dabei erwärmt sich der europäische Kontinent doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt – mit deutlichen Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung.
Laut einer Studie des Instituto de Salud Global Barcelona (ISGlobal) starben im Rekordsommer 2024 in Europa mehr als 62.700 Menschen infolge extremer Hitze. Damit stieg die Zahl der Hitzetoten im Vergleich zu 2023 um nahezu ein Viertel. Zwischen 2022 und 2024 forderte extreme Hitze in Europa über 181.000 Todesopfer, was in etwa der Bevölkerungsgröße Saarbrückens entspricht.
Die meisten hitzebedingten Todesfälle wurden 2024 in Italien mit über 19.000 geschätzt, gefolgt von Spanien mit mehr als 6.700 und Deutschland mit rund 6.300 Fällen.
Kommentar:
Die Erderwärmung und damit immer häufiger auftretende Extremwetterereignisse müssen in der Gesundheitsversorgung noch stärker mitbedacht werden. Zu den Maßnahmen zählen neben der ärztlichen Aufklärung zum Hitzeschutz auch organisatorische Anpassungen, etwa durch Früh- oder Spätsprechstunden sowie bauliche Veränderungen in Arztpraxen oder anderen Gesundheitseinrichtungen, beispielsweise durch Verschattung oder Klimatisierung. Ebenso wichtig sind Hitzeschutzmaßnahmen für das medizinisch-pflegerische Personal, indem z. B. ausreichend Getränke und leichtere Berufskleidung zur Verfügung gestellt werden.
Quelle: zdfheute – Studie: Mehr als 62.000 Hitzetote in Europa