Die aktuellen Zahlen von 2024 zu den Ärzten, die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen, zeigen einen Wandel im niedergelassenen Bereich. Insgesamt waren im vergangenen Jahr 189.551 zugelassene, ermächtigte und angestellte Ärzte tätig – das sind rund 1,1% mehr als im Vorjahr, was ein leichter Anstieg von etwa 2.085 Ärzten entspricht. Während einige Fachbereiche wachsen, schrumpft das Angebot in anderen. Erwartungsgemäß sind jene Fachgruppen am stärksten vertreten, die als erste Ansprechpartner bei gesundheitlichen Problemen der Bevölkerung einen wichtigen Part in der Versorgung übernehmen. Dies geht aus der Auswertung der jüngst aktualisierten Daten des Atlas Medicus auf Basis des Bundesarztregisters der Kassenärztlichen Bundesvereinigung hervor.
Allgemeinmediziner – wie zu erwarten – auf Platz 1
Allgemeinmediziner und Praktische Ärzte bilden die zahlenmäßig stärkste Fachgruppe mit insgesamt 37.424 an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzten. Wichtig zu erwähnen ist, dass die Praktischen Ärzte um rund 11% im Vergleich zum Vorjahr abgenommen haben. Das liegt daran, dass die Berufsbezeichnung seit der Weiterbildungsordnung von 1992 nicht mehr vergeben wird. Zum Stand 31.12.2024 gab es 2.573 Praktische Ärzte.
Anstieg der Psychologischen Psychotherapeuten
Die Zahl der Psychologischen Psychotherapeuten ist im Vergleich zum Vorjahr um 3,3% gestiegen – von 25.990 auf 26.877. Das entspricht einem Zuwachs von rund 900 Therapeuten, die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen. Auch bei den Kinder- und Jugendpsychotherapeuten ist ein Anstieg zu verzeichnen: Die Anzahl erhöhte sich um 4,4% auf insgesamt 8.044 Therapeuten in der vertragsärztlichen Versorgung.
Abb. Top Ten: stärkste Fachgruppen nach Anzahl der an der ambulanten Versorgung teilnehmenden Ärzte

Quelle: ATLAS MEDICUS
Leichte Zu- und Abgänge bei Fachgruppen
Im Vergleich zum Vorjahr zeigen sich in einigen Fachgruppen leichte Veränderungen in der Entwicklung der Anzahl der an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte. Rückläufig sind unter anderem die Physikalische und Rehabilitative Medizin mit einem Minus von 3,2%, die Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie mit -1,7% sowie die Ärztliche Psychotherapie mit -1,1%. Gleichzeitig verzeichnen andere Fachgruppen einen moderaten Zuwachs: So stieg die Zahl der in der Pathologie tätigen Ärzte um 2,2%, in der Strahlentherapie um 3,2% und in der Neurochirurgie um 1,7%.
Die fünf kleinsten Fachgruppen
Zu den fünf kleinsten Facharztgruppen in der vertragsärztlichen Versorgung zählen die Humangenetik mit 319 sowie die Transfusionsmedizin mit lediglich 180 Ärzten. Ebenfalls vergleichsweise geringe Arztzahlen verzeichnen die Fachgebiete Physikalische und Rehabilitative Medizin (584), Nuklearmedizin (1.024) und Strahlentherapie (1.173).
Kommentar:
Die Fachgruppe/Spezialisierung hat nicht nur Konsequenzen für die Niederlassungsmöglichkeiten – die Bedarfsplanung differenziert nach Spezialisierungsgrad – sondern beeinflusst auch in wesentlichem Umfang wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahlen wie Umsatz oder Praxisergebnis. Ausführliche (wirtschaftliche) Informationen zu den einzelnen Fachgruppen – mit regionalen Filtermöglichkeiten – finden sich im Atlas Medicus Infodienst: ATLAS MEDICUS.
Quellen: