Die Fachgruppe der Anästhesisten erzielte im Jahr 2024 bundesweit ein Gesamthonorarvolumen von rund 1,11 Mrd. €. Dies geht aus aktuellen Auswertungen des Atlas Medicus hervor. Mit knapp 619 Mio. € entfiel der größere Anteil der Honorare auf Leistungen im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Die privatärztlichen Umsätze (einschließlich Selbstzahlerleistungen) lagen mit rund 491 Mio. € nur geringfügig unter diesem Betrag. Sonstige Einnahmen (z. B. aus Gutachtertätigkeit oder wissenschaftlicher Arbeit) wurden nicht erfasst.
Abb. Honorar (GKV + PKV) in der ambulanten Anästhesie (Relativbetrachtung)

Quelle: ATLAS MEDICUS (2026)
Kommentar:
Mit einem Branchenumsatz von rund 1,11 Mrd. € positionieren sich die Fachärzte für Anästhesiologie im Mittelfeld der insgesamt 36 im Atlas Medicus Honorarranking erfassten Facharztgruppen einschließlich der Zahnmedizin. Im Unterschied zu vielen anderen Fachgruppen gewinnen Anästhesisten ihre Patienten in der Regel nicht unmittelbar selbst, sondern werden – ähnlich wie etwa Laborärzte – auf Überweisung der behandelnden Fachärzte tätig. Ihr Aufgabenbereich beginnt bereits vor dem eigentlichen Eingriff mit dem präoperativen Aufklärungsgespräch und der anästhesiologischen Risikobewertung. Dabei informieren sie Patienten umfassend über das vorgesehene Anästhesieverfahren, mögliche Risiken sowie individuelle Behandlungsoptionen und entscheiden gemeinsam mit Patient und Operateur über die Durchführbarkeit der Narkose.
Während operativer Eingriffe verantworten Anästhesisten die kontinuierliche Überwachung der Vitalfunktionen und greifen bei Komplikationen unmittelbar therapeutisch ein. Auch in der postoperativen Phase übernehmen sie zentrale Aufgaben, insbesondere im Bereich der Schmerztherapie sowie der Behandlung von Übelkeit und anderen operationsbedingten Beschwerden.
Darüber hinaus verfügen zahlreiche Fachärzte für Anästhesiologie über die Zusatzweiterbildung „Spezielle Schmerztherapie“ und sind auf die Behandlung akuter sowie chronischer Schmerzerkrankungen spezialisiert.
Quelle: ATLAS MEDICUS