Apotheke 4.0 – Digitalisierung in der Apotheke

Apotheke 4.0 - Digitalisierung in der Apotheke
Die Digitalisierung schreitet auch im Apothekenmarkt voran – dabei geht es um Aspekte wie Telepharmazie, KI, Social Media, Medikamente aus dem 3D-Drucker, elektronische Gesundheits- und Servicedienstleistungen, Plattformökonomie etc. Haupttreiber für die Digitalisierung sind dabei neben der Pandemie, die auch in dieser Branche zu einem Digitalisierungsschub beigetragen hat, gesetzliche Vorgaben sowie marktliche Entwicklungen: Der Gesetzgeber sieht vor, dass sich Apotheken aktuell an die Telematikinfrastruktur (TI) anschließen, damit nächstes Jahr die elektronischen Patientenakte folgen kann, sowie der eMedikationsplan und, für Apotheken von besonderer Bedeutung, das eRezept. Ab 2022 – so der Gesetzgeber – soll die elektronische Verordnung von Rx-Arzneien in der TI verpflichtend sein. Die Einführung des eRezepts wird zu einem „Gamechanger“ in der Branche. Hier eröffnen sich aber auch Potenziale für den Apotheker, insbesondere in Kombination mit dem Botendienst, der seit 2020 vergütet wird. Dabei dürften die Prozesse für viele Apotheker nicht neu sein, denn im Rahmen von Modellprojekten konnten bereits im Sommer 2020 etwa 26 Mio. Versicherte (35% aller in Deutschland gesetzlich Versicherten) elektronische Verordnungen nutzen. Seit Herbst 2020 müssen Apotheker bei öffentlichen Auftraggebern (z.B. Pflegeeinrichtungen) Rechnungen im eFormat übermitteln und das Ende 2020 verabschiedete Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetz (VOASG) sieht automatisierte Arzneimittel-Ausgabestationen (meist mit digitaler Technik ausgestattet) unter gewissen Voraussetzungen vor. Zudem soll es künftig separat vergütete pharmazeutische Dienstleistungen für Apotheker*innen geben. Dabei dürften insbesondere auch digitale pharmazeutische (Beratungs-)Angebote berücksichtigt werden. Unabhängig von den Gesetzesinitiativen betrifft die fortschreitende Digitalisierung die gesamte Wertschöpfungskette des Apothekers: Warenwirtschaftssysteme zur Bestellung der Arzneien, eigene Internetseite, Versandhandel & Co. sind längst zum Standard in der Branche geworden. Es geht um die Optimierung der Logistik, der Bestellwege, der Abrechnung, den Einsatz von Kommissionier-automaten etc. In der papierlosen Apotheke gibt es eine digitale Schnittstelle zum Steuerberater oder auch für HR-Prozesse, wenn z.B. Urlaubsanträge digital ausgefüllt werden und Botendienstplanungen mit dem iPad erfolgen. Alexa kann bereits heute Heuschnupfenpatienten an die Bestellung ihrer Allergietabletten erinnern, der Apotheker kann kundenspezifische Werbung z.B. von Pharmaherstellern gezielt steuern, (Video- )Blogger/Influencer machen Werbung für Online-Apotheken. Mit Eero, einem Pepper Roboter, kommt in einer Apotheke in Norwegen sogar ein „künstlicher“ Apothekenmitarbeiter zum Einsatz. Künftige Themenfelder, die auch den Apotheker direkt betreffen werden, sind der Einsatz von ChatBots, digitale Pillen, bei denen Mikrosensoren messen, wann und ob der Patient sie geschluckt hat, Medikamente aus dem 3D-Drucker, was die patientenindividuelle Dosierung von Wirkstoffen ermöglicht, oder smarte Textilfasern, die in Form von Pflastern oder Textilien Wirkstoffe an die Haut abgeben. Es gibt Forschungsbemühungen rund um Arzneimitteldrohnen und das vom BMWi geförderte Startup Privmed hat eine kompakte Tablettenpresse mit digitaler Schnittstelle entwickelt, mit welcher patientenindividuell wirkstoffangepasste Arzneien hergestellt werden können. Das Gerät soll 30.000 bis 35.000 Euro kosten und der Markteintritt ist zunächst im OTC-Bereich geplant. Tesla und das deutsche Unternehmen Curevac haben ein Patent für einen Impfstoff-Drucker angemeldet, mit dem sich verschiedene Impfstoffe mobil und schnell herstellen lassen. Ursprünglich für die Produktion von Impfstoffen gegen Tollwut o.ä. angedacht, könnte der RNA-Drucker künftig auch für die Produktion von und schnelle Versorgung mit (Corona-)Impfstoffen eingesetzt werden.   Unser Kommentar/Praxistipp ist nur für ATLAS MEDICUS® Kunden ersichtlich.
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