Nach mehr als zehn Jahren seit ihrer Neuausrichtung gewinnt die ASV weiter an Struktur. Im Juni 2026 lagen für 16 Indikationen im Bereich schwerer Verlaufsformen von Erkrankungen mit besonderem Krankheitsverlauf sowie für weitere 12 Indikationen im Bereich seltener Erkrankungen Konkretisierungen des G-BA für die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV) vor. Nach Angaben der ASV-Servicestelle waren Anfang Juni 2026 bundesweit bereits 1.390 ASV-Teams im Einsatz und damit rund 140 mehr gegenüber dem Vorjahr. Mit einem Anteil von 17 % entfielen die meisten Versorgungsangebote auf den Bereich der gastrointestinalen Tumoren, für den die entsprechende Konkretisierung bereits seit 2014 in Kraft ist. An zweiter Stelle folgten Teams für gynäkologische Tumoren ohne Subspezialisierung und urologische Tumoren mit jeweils 11 %. 10 % waren dem Bereich Tumoren der Lunge und des Thorax zuzuordnen. Für die neueren Indikationen bestehen bislang nur wenige oder noch keine aktiven Teams.
Kommentar:
Grundsätzlich bildet die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV) einen wichtigen Baustein für die sektorenübergreifende Versorgung komplexer Erkrankungen. Ziel ist insbesondere eine engere Zusammenarbeit zwischen Krankenhausärztinnen und -ärzten sowie niedergelassenen Fachärztinnen und -ärzten, um Patientinnen und Patienten mit komplexen, schwer therapierbaren oder seltenen Erkrankungen interdisziplinär zu betreuen.
Laufender Ausbau der ASV
Weitere ASV-Indikationen sind in der Pipeline. Im März 2026 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) nicht nur die ASV-Richtlinie für mehrere Krankheitsbilder angepasst (siehe: https://www.kbv.de/praxis/tools-und-services/praxisnachrichten/2026/03-26/g-ba-beschliesst-anpassungen-fuer-mehrere-asv-erkrankungen), sondern neben den bereits vorgesehenen Themen Neurofibromatose und Folgeschäden nach Frühgeburtlichkeit auch beschlossen, Beratungen über eine ASV-Anlage zur medizinischen Versorgung von Menschen mit Transsexualismus aufzunehmen.
Siehe auch News vom 30.10.2025
Quellen: