ATLAS MEDICUS® Kennziffernrating: so bleibt Ihre Praxis liquide

ATLAS MEDICUS® Kennziffernrating: so bleibt Ihre Praxis liquide

Liquidität bedeutet, dass alle fälligen Zahlungsverpflichtungen jederzeit, fristgerecht und in voller Höhe geleistet werden können. Unter die Zahlungsverpflichtungen für Praxisinhaber fallen u.a. Gehälter (als regelmäßig größter betrieblicher Ausgabenblock), Raummieten, Leasingraten, Forderungen aus Darlehnsverträgen und Ausgaben für Verbrauchsmaterialien oder Wasser und Energie. Selbst bei wirtschaftlich gesunden Praxen können vorübergehende Liquiditätsengpässe auftreten. Dauert dieser Zustand jedoch länger an, kann hieraus im schlimmsten Fall eine Insolvenz resultieren. Mit relativ einfachen Maßnahmen können Praxen dieses Risiko in den Griff bekommen.

BWA als Grundlage eines einfachen kennziffernbasierten Controllings

Zahlungsengpässe lassen sich häufig schon frühzeitig prognostizieren, allerdings nur, wenn ein aktuelles und umfassendes Controlling (Liquiditätsplanung) der Zahlen vorliegt. Neben den vorhanden liquiden Mitteln müssen die Geldzuflüsse und -abflüsse jederzeit transparent darstellbar sein, um zeitnah reagieren zu können. Die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) des Steuerberaters, die sich aus den laufenden Zahlen der Finanzbuchhaltung zusammensetzt, kann hierbei als Grundlage dienen. Mithilfe einfacher Kennzahlen und Regeln lässt sich auf diese Weise die Liquiditätssituation der Praxis überwachen. Ein am Fachgruppendurchschnitt ausgerichtetes Kennziffernrating (im Folgenden für die Fachgruppe der Allgemeinmediziner dargestellt) ermöglicht hierbei eine erste Beurteilung der Liquiditätslage.

Kennziffern zur Liquidität Allgemeinmediziner

Quelle: ATLAS MEDICUS®

Die Cashflow-Rendite sagt aus, welcher Anteil des Gesamtumsatzes der Praxis als Finanzmittelüberschuss verbleibt und wie hoch ihre Innenfinanzierungskraft ist. Je höher der Wert, desto weniger ist die Praxis bei Investitionen auf Fremdfinanzierung angewiesen. Der absolute Wert des Cashflows sollte Steuerzahlungen, Zinsen- und Tilgungen sowie Privatentnahmen decken.

Größere Investitionen erfordern eine vorausschauende Liquiditätsplanung

Insbesondere die Phase der Existenzgründung kennzeichnet sich durch einen hohen Kapitalbedarf. Problematisch wird es dann, wenn die Laufzeit eines Darlehnsvertrags die Nutzungsdauer der Investitionsgüter deutlich übersteigt. Denn die Zins- und Tilgungsverpflichtungen laufen weiter, obwohl die hieraus finanzierte Praxisausstattung schon längst nicht mehr vorhanden ist. Die zusätzlich notwendigen Ersatzinvestitionen sorgen dafür, dass der Praxisinhaber eine doppelte finanzielle Belastung zu tragen hat. Durch eine vorausschauende Liquiditätsplanung lassen sich solche Situationen vermeiden. Die Liquiditätsplanung umfasst alle voraussichtlichen Zahlungsströme und gestattet einen laufenden Überblick über die aktuelle und zukünftige Zahlungsfähigkeit.

 

Kommentar:

Neben den mit dem Praxisbetrieb verbundenen Ausgaben können sich auch die Privatentnahmen des Praxisinhabers negativ auf die Zahlungsfähigkeit auswirken. Vor allem dann, wenn es zu unkontrollierten Entnahmen kommt, weil beispielsweise unerwartete Steuerforderungen beglichen oder ein unverhältnismäßiger Lebensstil finanziert werden muss. Die frühzeitige Bildung von Rücklagen und eine durchdachte private Vorsorge können helfen, die Liquidität der Praxis langfristig zu sichern.

Praxisinhaber sollten auch die Einnahmenseite im Blick behalten

Ausschlaggebend für die Liquiditätslage einer Praxis ist jedoch nicht nur die Kosten-, sondern auch die Einnahmenseite. Für niedergelassene Ärzte und Zahnärzte sind die Zahlungen durch die Kassen(zahn)ärztliche Vereinigung – zumindest bei relativ konstanter Leistungsmenge und korrekter Dokumentation – relativ gut planbare Einnahmen. Anders verhält es sich bei Leistungen für Privatpatienten und Selbstzahler (z.B. zahnärztliche Zuzahlungen, IGeL). Hier ist eine gute Praxisorganisation maßgeblich für den fristgerechten Zahlungseingang. Diese beginnt mit der zügigen Rechnungserstellung unmittelbar im Anschluss an die erbrachten Leistungen (inklusive Zahlungsziel) und endet mit dem Mahnwesen.

Darüber hinaus können weitere Maßnahmen dazu beitragen, das Liquiditätsrisiko zu minimieren:

  • Vor Eintritt in eine Kooperation: Überprüfung von Altlasten und Altverbindungen
  • Vor Gründung/Übernahme einer Praxis: Standortanalyse einschließlich Wettbewerb, Kaufkraft und Patientenstruktur
  • Vor größeren Investitionsentscheidungen: Ermittlung des erforderlichen Finanzierungsbedarfs und Beschaffung des benötigten Kapitals
  • Vorsichtiges Investitionsverhalten: gegebenenfalls Verschieben von Investitionen auf spätere Jahre: Überprüfung von Alternativen zum Kauf (Leasing, Miete)
  • Optimierung der Lagerbestände beim medizinischen Sachbedarf
  • Ausschöpfung von Skontierungsmöglichkeiten
  • Maßnahmen zur Senkung der laufenden Ausgaben (Optimierung der Abläufe, effizienter Einsatz des Personals)
  • Gegebenenfalls Umwandlung kurzfristiger Kredite in langfristige, Inanspruchnahme von Tilgungsstreckung und -aussetzung
  • Der Liquiditätssituation der Praxis angemessene private Entnahmen

 

Fazit

Die Liquidität einer Praxis wird durch verschiedene interne und externe Faktoren beeinflusst. Diese lassen sich mit einer durchdachten Liquiditätsplanung und einem laufenden Kennzahlencontrolling gut bewerten und beherrschen. So ist es möglich, Fehlentwicklungen frühzeitig aufzudecken und Gegenmaßnahmen einzuleiten. Bei größeren Investitionsanlässen (z.B. Praxisübernahme oder -gründung) ist eine professionelle Planung und Überwachung sinnvoll. Eine einfache Möglichkeit der Liquiditätsplanung bietet der ATLAS MEDICUS® Praxisplaner.

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Quellen:

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