Barmer veröffentlicht Zahnreport 2019 – Teil 2

Barmer veröffentlicht Zahnreport 2019 - Teil 2

Schwerpunktthema des diesjährigen Barmer Zahnreports waren die Inanspruchnahme und die Ausgaben für prothetische Leistungen (siehe unsere News vom 4. Juli).

Nachfolgend nun die Ergebnisse für die Inanspruchnahme und Ausgaben vertragszahnärztlicher Leistungen insgesamt sowie in Bezug auf einzelne BEMA Bereiche. Die Daten der aktuellen Studie beziehen sich auf das Jahr 2017.

Inanspruchnahme und Ausgaben insgesamt:

Inanspruchnahme

  • 71,5% der gesetzlich Versicherten nahmen vertragszahnärztliche Leistungen in Anspruch
  • Frauen beanspruchten häufiger zahnmedizinische Leistungen (75,4%) als Männer (67,5%)

Ausgaben

  • Die Ausgaben für vertragszahnärztliche Leistungen (inklusive Zahnersatz) für die rund 72,2 Mio. GKV-Versicherten betrugen im Jahr 2017 ca. 14,1 Mrd. Euro, was in etwa 6,5% der Gesamtausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) entsprach
  • Die Ausgaben für vertragszahnärztliche Leistungen (ohne privat zu tragende Kostenanteile) je Versicherten lagen durchschnittlich bei 190,22 Euro (Frauen: 199,48 Euro; Männer: 180,71 Euro)
  • Größte Ausgabeposten (rund 8,7 Mrd. Euro) waren die konservierenden, chirurgischen und Röntgenleistungen (inklusive Prophylaxe)

Regionale Unterschiede

Regionale Unterschiede waren vor allem zwischen den neuen und alten Bundesländern festzustellen

  • Laut BEMA (Bewertungsmaßstab zahnärztlicher Leistungen) lagen bei der Inanspruchnahme für alle fünf Versorgungsbereiche die Werte für die neuen Bundesländer (Ø 76,1%) deutlich über denen der alten (Ø 70,4%). Spitzenreiter war Sachsen (77,1%), Schlusslicht das Saarland (65,2%).
  • Durchschnittliche Ausgaben je Versicherten: Spitzenreiter war Berlin (205,35 Euro), das Schlusslicht bildete hier ebenfalls das Saarland (170,88 Euro).

Quelle: KZBV 2018 und BARMER-Daten 2017 – BARMER Zahnreport 2019

Inanspruchnahme und Ausgaben für spezielle Leistungen/Leistungsbereiche:

Zahnmedizinische Früherkennungsuntersuchung für Kinder unter sechs Jahren:

  • Mehr als ein Drittel der anspruchsberechtigten Kinder nahmen Leistungen in Anspruch
  • Leichter, aber kontinuierlicher Anstieg seit 2010

Individualprophylaxe für Kinder zwischen sechs und 18 Jahren:

  • Mehr als zwei Drittel der anspruchsberechtigten Kinder nutzten das Angebot
  • In den östlichen Bundesländern war die Inanspruchnahme höher als in den westlichen

Bei Füllungen und Kavitätenpräparationen war von 2010 bis 2017 ein leichter Rückgang von  29,6% auf 27,3% zu verzeichnen

Zahnextraktionen waren ebenfalls rückläufig (von 9,5% in 2010 auf 8,5% in 2017).

Wurzelbehandlungen wurden von 5,5% der Versicherten in Anspruch genommen.

Bei den Röntgenpanoramaschichtaufnahmen stieg die Inanspruchnahme seit 2010 von 8,7% kontinuierlich auf 9,4% in 2017.

Kieferorthopädische Leistungen, die nur bei einer Beantragung bis zum vollendeten 18. Lebensjahr in Anspruch genommen werden können, beanspruchten unverändert 18,1% der unter 20-jährigen Versicherten. Die Kosten je Behandlungsfall betrugen durchschnittlich 261,86  Euro bzw. stiegen von  2013 bis  2017 um rund 10%.

Parodontale diagnostische Leistungen wurden von jedem vierten Versicherten beansprucht. Therapeutische Parodontalbehandlungen (Inanspruchnahmerate: 1,8%) verursachten durchschnittlich Kosten in Höhe von 450,98 Euro/Patient.

Quellen:

 

Unser Kommentar/Praxistipp ist nur für ATLAS MEDICUS® Kunden ersichtlich.

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