Barmer Zahnreport 2021 – Teil 2

Barmer Zahnreport 2021 – Teil 2

Schwerpunktthema des diesjährigen Barmer Zahnreports waren die Kreidezähne bei Kindern, auch Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) genannt (siehe News vom 16.3.2021).

In dieser zweiten News zum aktuellen Barmer Zahnreport werden die Ergebnisse für die Inanspruchnahme und Ausgaben vertragszahnärztlicher Leistungen insgesamt sowie in Bezug auf regionale Unterschiede erläutert. Die Daten der aktuellen Studie beziehen sich auf das Jahr 2019.

Inanspruchnahme und Ausgaben insgesamt:

Inanspruchnahme

  • 70,7% der gesetzlich Versicherten nahmen vertragszahnärztliche Leistungen in Anspruch
  • Frauen beanspruchten mit 74,7% häufiger zahnmedizinische Leistungen als Männer (66,6%)

Ausgaben

  • die Ausgaben für vertragszahnärztliche Leistungen (inklusive Zahnersatz) für die rund 73,1 Mio. GKV-Versicherten betrugen im Jahr 2019 ca. 15 Mrd. Euro, was in etwa 6,3% der Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) entsprach
  • die Ausgaben für vertragszahnärztliche Leistungen (ohne privat zu tragende Kostenanteile) je Versicherten lagen durchschnittlich bei 205,52 Euro (Frauen: 209,59 Euro, Männer: 188,98 Euro)
  • den größten Ausgabenblock mit 9,2 Mrd. Euro (61,4%) stellten 2019 die konservierenden chirurgischen und Röntgenleistungen inklusive Prophylaxe dar

Regionale Unterschiede:

Regionale Unterschiede waren, wie in den Vorjahren, vor allem zwischen den neuen und alten Bundesländern festzustellen.

  • die durchschnittlichen Ausgaben je Versicherten betrugen 205,52 Euro: Spitzenreiter war Bayern (213,94 Euro), das Schlusslicht bildete hier das Saarland (178,77 Euro)
  • laut BEMA (Bewertungsmaßstab zahnärztlicher Leistungen) lagen bei der Inanspruchnahme für alle fünf Versorgungsbereiche die Werte für die neuen Bundesländer (Ø 74,8%) deutlich über denen der alten Bundesländer (Ø 69,8%). Spitzenreiter war Sachsen (75,6%), Schlusslicht bildete hier ebenfalls das Saarland (64,9%)

Quelle: BARMER Zahnreport 2021 – KZBV 2020 und BARMER-Daten 2019

Inanspruchnahme und Ausgaben für spezielle Leistungen/Leistungsbereiche

Zahnmedizinische Früherkennungsuntersuchung für Kinder unter sechs Jahren:

  • 31,3% der anspruchsberechtigten Kinder im Alter von einem halben bis zu sechs Jahren nahmen Leistungen in Anspruch (ab dem Jahr 2019 werden Kinder vom sechsten statt wie bisher 30. Lebensmonat betrachtet. Die Werte der vorangegangenen Jahre können deshalb nicht direkt mit den Werten von 2019 verglichen werden)
  • leichter, aber kontinuierlicher Anstieg seit 2010

Individualprophylaxe für Kinder zwischen 6 und 18 Jahren:

  • 65,7% der anspruchsberechtigten Kinder nutzten das Angebot
  • in den neuen Bundesländern war die Inanspruchnahme höher als in den alten

Bei Füllungen und Kavitätenpräparationen war von 2010 bis 2019 ein Anstieg von 26,5% auf 29,6% zu verzeichnen.

Zahnextraktionen waren rückläufig (von 9,5% in 2010 auf 8,2% in 2019).

Wurzelbehandlungen wurden von 5,2% der Versicherten in Anspruch genommen.

Bei den Röntgenpanoramaschichtaufnahmen stieg die Inanspruchnahme seit 2010 von 8,7% kontinuierlich auf 9,7% in 2019.

Kieferorthopädische Leistungen, die nur bei einer Beantragung bis zum vollendeten 18. Lebensjahr in Anspruch genommen werden können, beanspruchten 20,8% der unter 20-jährigen Versicherten. Die Kosten je Behandlungsfall betrugen durchschnittlich 290,49 Euro bzw. stiegen von 2013 bis 2019 um mehr als 20%.

Parodontale diagnostische Leistungen wurden von jedem vierten Versicherten beansprucht. Therapeutische Parodontalbehandlungen (Inanspruchnahmerate: 1,9%) verursachten durchschnittlich Kosten in Höhe von 473,36 Euro/Patient.

Quelle: BARMER Institut für Gesundheitssystemforschung – BARMER Zahnreport 2021

 

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