Controlling in der Apotheke: Kennzahlen steigern den Erfolg (Teil 2)

Controlling in der Apotheke: Kennzahlen steigern den Erfolg (Teil 2)

Nachdem in der letzten News die Kennzahl für das Apotheken-Controlling, nämlich die Bedeutung der Kundenzahl aufgezeigt wurde, soll jetzt die Bedeutung der kundenbezogenen Kennzahlen erläutert werden.
Kundenbezogene Kennzahlen geben sowohl im Zeit- als auch im Best-Practice-Vergleich Informationen

  • zum Einkaufsverhalten der Kunden
  • zur Umsatz- und Rohertragsstruktur
  • zum Erfolg (oder Nichterfolg) von Zusatzverkäufen

Auf Basis dieser kundenbezogenen Kennzahlen lassen sich zukünftige Entwicklungen erkennen und – hoffentlich rechtzeitig – die richtigen Strategien für die Zukunft ableiten.
Welche kundenbezogenen Kennzahlen sind für das Controlling relevant

  • Korbumsatz (auch Bonumsatz genannt) pro Kunde
  • Korbertrag (auch Bonertrag genannt) pro Kunde
  • Barumsatz (auch Barkorb genannt) pro Kunde
  • Barertrag pro Kunde

In dieser News befassen wir uns mit dem Korbumsatz und dem Korbertrag.
Der Korbumsatz (auch Bonumsatz genannt) pro Kunde

  • Vereinfachte Definition: Alles was der Kunde im Korb oder auf seinem Kassenbon hat (auch Rx)
  • Best-Practice: Der Korbumsatz einer Apotheke an einem normalen Standort liegt aktuell bei 35 bis 40 Euro. Center-Apotheken mit einem geringen Rx-Anteil liegen deutlich darunter (ca. 20 bis 25 Euro). Ärztehaus-Apotheken können durchaus bei über 50 Euro liegen.

Der Korbertrag (auch Bonertrag genannt) pro Kunde

  • Vereinfachte Definition:
    Der Korbertrag ist der Rohertrag des einzelnen Kunden, der ein Rezept einlöst und/oder ein Produkt aus der Sicht-/Freiwahl erwirbt
  • Bedeutung:
    Der Korbertrag ist eine der wichtigsten Erfolgskennzahlen, da er den tatsächlichen Kundenerfolg abbildet und darüber hinaus die Grundlage für weitere Analysen (bspw. Erfolg eines Mitarbeiters) ist
  • Voraussetzung:
    Die EDV/Warenwirtschaft muss die korrekten Stückerträge unter Berücksichtigung der realen Einkaufsvorteile zeigen. Sofern dies nicht möglich ist, kann behelfsweise auch wie folgt vorgegangen werden:

    • Sofern die BWA stimmt (im Wareneinsatz sind dabei die monatlichen Bestandsveränderungen zutreffend und korrekt verbucht) kann hilfsweise auch die Anzahl der Kunden (aussagekräftig aber nur, wenn keine nennenswerten Sonderumsätze – bspw. Heim etc. vorhanden sind) durch den ausgewiesenen Rohertrag dividiert werden
  • Best-Practice:
    Nachfolgend haben wir die aktuellen Best-Practice-Werte für unterschiedliche Apothekentypen dargestellt:
TypBest Practice
Normallagen9-10 Euro
Center5-6 Euro
Innenstadt6-7,50 Euro
Ärztehaus> 10 Euro

Quelle: Marco Benz, http://www.apomind.de/

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