Corona bringt Rezession mit sich – zu den Szenarien der Experten

Corona bringt Rezession mit sich - zu den Szenarien der Experten

Letzte Woche hat das ifo-Institut eine Kalkulation zu den ökonomischen Kosten der Corona-Krise bzw. des Shutdowns anhand verschiedener Szenarien vorgelegt; demnach wird die deutsche Wirtschaft im laufenden Jahr um 7,2% bis 20,6% schrumpfen; das entspricht Kosten zwischen 255 bis 729 Mrd. Euro. Bis zu 1,8 Mio. sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze (oder 1,4 Mio Vollzeitjobs) könnten abgebaut werden und mehr als sechs Mio. Arbeitnehmer von Kurzarbeit betroffen sein. Pro Woche koste – so das ifo Institut – der Shutdown 25 bis 57 Mrd. Euro, was einem einen BIP-Rückgang zwischen 0,7 bis 1,6% gleichkommt.

Die in den Tagen danach veröffentlichten Auswertungen des monatlich erhobenen Ifo Geschäftsklimaindex sowie des Beschäftigungsbarometers waren nicht minder negativ:

  • Der ifo Geschäftsklimaindex ist im März so stark eingebrochen wie noch nie zuvor (im vereinigten Deutschland) und absolut betrachtet ist es der niedrigste Wert seit Sommer 2009. Wie unterschiedlich stark die einzelnen Branchen betroffen sind, zeigt die Abbildung.

  • Den höchsten je gemessenen Rückgang (seit 2002 wird dieser Index erhoben) gab es auch beim ifo Beschäftigungsbarometer zu verzeichnen.

Nicht ganz so negativ schneiden hingegen die Prognosen des Wirtschafts-Sachverständigenrates ab: (die Wirtschaftsweisen) deren Sondergutachten, das der Bundesregierung am 23. März vorgelegt und am 30.3.2020 veröffentlicht wurde, geht auch von drei verschiedenen Szenarien aus und auch hier ist die Hauptvariable die Länge des Shutdowns sowie die Zeit bis zum erneuten Aufschwung danach (V- oder U-förmiger Verlauf der Kurve); die Wirtschaftsweisen gehen dabei von einem Negativwachstum des BIP in 2020 zwischen -2,8% bis -5,4% aus (bzw. von einem Wachstum danach in 2021 zwischen 1% bis 4,9%).

Und schließlich erschien am 30.3.20 das Konjunkturbarometer März des DIW (Deutsches Institut der Wirtschaft): demnach sank das BIP im Vergleich zum Vorquartal um -0,2% und für das gesamte Jahr wird ein Minus in Höhe von nur 0,1% prognostiziert – jedoch verweisen die Autoren selbst darauf, dass  auch eine deutlich negativere Entwicklung möglich erscheint, denn „weder die Stimmungsindikatoren noch amtliche Zahlen, etwa über die Produktionsleistung, bilden die aktuellen Ereignisse bis dato ab. Auch ist keinesfalls klar, wie tiefgreifend die Auswirkungen sein werden und ob eine Normalisierung bereits in den Sommermonaten einsetzt. Daher erscheint auch eine schwerere und länger anhaltende Rezession möglich.“

 

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