Der Fachkräftemangel ist auch bei Hausärzten zu spüren

Der Fachkräftemangel ist auch bei Hausärzten zu spüren

Gerade die Gesundheitsbranche ist vom Fachkräftemangel stark betroffen. Somit gestaltet sich auch für Ärzte die Suche nach geeignetem Praxispersonal zunehmend schwieriger. Ärzte erhalten kaum Bewerbungen von fertig ausgebildetem Praxispersonal. Ein Personalmangel kann jedoch die Einschränkung des Leistungsangebots nach sich ziehen.

Personalbedarf steigt: Größere Praxen benötigen mehr angestelltes Personal

Gleichzeitig steigt der Personalbedarf insbesondere in großen Praxiseinheiten stark an, da diese für längere Öffnungszeiten zusätzliches Personal benötigen. Seit 2016 ist die Zahl der Beschäftigten in Arztpraxen um 25.000 (+3,6%) gestiegen. Aufgrund des Anstellungstrends bei Ärzten steigt die Zahl der Ärzte in der ambulanten Versorgung stetig. Ende 2021 waren in der ambulanten Versorgung 152.028 Ärzte tätig, was einer Zunahme von 0,8% entspricht.

Immer mehr Ärzte gehen in die Anstellung

Unter den in der vertragsärztlichen Versorgung rund 152.028 tätigen Ärzten sind 99.307 Vertragsärzte. Gegenüber 2020 sank die Zahl der Vertragsärzte abermals deutlich bei gleichzeitigem Anstieg der angestellten Ärzte auf insgesamt 43.238. Das Konzept des Jobsharings bei Praxisübernahmen – bei dem sich zwei Ärzte derselben Fachgruppe einen Arztsitz teilen – ist durch die Möglichkeit der Anstellung hingegen unattraktiv geworden, vor allem, weil so gut wie keine Leistungsausweitung erfolgen kann. Deshalb gehen die Zahlen der Jobsharer kontinuierlich auf gerade noch 556 Ärzte zurück.

Teilzeittätigkeit ist im Trend

Zwar steigt die Zahl der angestellten Ärzte an, jedoch kann der Personalbedarf nicht vollständig gedeckt werden, da das Arbeitspotenzial nicht linear zur Anzahl der angestellten Ärzte wächst. In der allgemeinmedizinischen Versorgung haben 75,8% der Vertragsärzte einen vollen Versorgungsauftrag. Von den insgesamt 8.070 Allgemeinmedizinern in Anstellung bevorzugten einige eine Tätigkeit in Teilzeit:

  • Wöchentliche Arbeitszeit von bis zu 10 Stunden: 6,8% der Ärzte
  • Wöchentliche Arbeitszeit von 10 bis 20 Stunden: 28% der Ärzte
  • Wöchentliche Arbeitszeit von 20 bis 30 Stunden: 10,5% der Ärzte
  • Wöchentliche Arbeitszeit von über 30 Stunden: 54,7% der Ärzte

 

Kommentar:

Weshalb immer mehr Ärzte die Anstellung bevorzugen, ist auf vielschichtige Gründe zurückzuführen. So sprechen unter anderem flexiblere, familienfreundlichere Arbeitszeiten sowie der Wegfall von Nachtdiensten und Schichtarbeit für ein Angestelltenverhältnis. Zudem kann auf diese Weise das unternehmerische Risiko der eigenen Praxis umgangen werden. Die Branche der Allgemeinmediziner ist trotz der steigenden Anzahl der Angestelltenverhältnisse aufgrund der vielen Einzelpraxen immer noch äußerst kleinteilig aufgebaut.

Quelle: GESUNDHEITSMARKTWISSEN

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