Im Jahr 2024 wurden in den Notaufnahmen der deutschen Krankenhäuser rund 13 Mio. ambulante Notfälle behandelt – und damit so viele wie nie zuvor seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 2018. Dies geht aus einer aktuellen Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes hervor. Gegenüber 2023 bedeutet dies einen Anstieg um 5 %. Im Durchschnitt kamen täglich rund 35.600 Patienten zur ambulanten Notfallbehandlung ins Krankenhaus.
Starke regionale Unterschiede in der Inanspruchnahme
Zwischen den einzelnen Bundesländern kam es zu deutlichen Abweichungen in der Inanspruchnahme. Die meisten Fälle gab es in den großen Flächenländern – allen voran Nordrhein-Westfalen (3,4 Mio. Fälle), Bayern (1,9 Mio.) und Baden-Württemberg (1,6 Mio.). Bezogen auf die Zahl der Einwohner lag Hamburg mit 213 Fällen je 1.000 Einwohnern vorn, gefolgt von Berlin (208 Fälle), Nordrhein-Westfalen (188 Fälle) und Bremen (181 Fälle). Am niedrigsten lag die Quote in den Krankenhausnotaufnahmen in Schleswig-Holstein (119) und Hessen (123 Fälle). Darüber hinaus waren die Behandlungsquoten in allen ostdeutschen Flächenländern sowie in Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen niedrig. Im bundesweiten Durchschnitt kamen 156 Krankenhausnotaufnahmefälle auf 1.000 Einwohner.
Kommentar:
Die steigende Inanspruchnahme der Notfallambulanzen zeugt nicht nur von einer Fehlinanspruchnahme der stationären Strukturen, sondern ist laut Deutscher Krankenhausgesellschaft (DKG) auch ein Symptom struktureller Schwächen der ambulanten Versorgung, insbesondere in ländlichen Regionen, wo Termine in Praxen und beim Bereitschaftsdienst oft schwer zu bekommen sind. Für die wirtschaftlich angeschlagenen Kliniken werden die in aller Regel defizitär arbeitenden Notaufnahmen zunehmend zu einer finanziellen und organisatorischen Belastung. Die von der Bundesregierung vor Kurzem erneut angestoßene Reform der Notfallversorgung (vgl. News vom 27.11.2025) knüpft an frühere, gescheiterte Anläufe an und setzt stark auf eine gezielte Steuerung der Patienten in die passende Versorgungsebene, etwa über integrierte Leitstellen, gemeinsame Notfallzentren und klarere Zuständigkeiten. Gelingt diese Steuerung, könnte das nicht nur die Notaufnahmen entlasten, sondern auch die Versorgungsqualität verbessern, weil Patienten schneller die passende Hilfe bekommen.
Quelle: Destatis – 13 Millionen Behandlungen in Notfallambulanzen im Jahr 2024