Seit Oktober 2020 können digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden. Dies gilt für Gesundheits-Apps, die das standardisierte Prüfverfahren des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) durchlaufen haben und in das sogenannte DiGA-Verzeichnis aufgenommen wurden. Hierfür müssen die Hersteller bestimmte Kriterien erfüllen, darunter auch den Nachweis eines positiven Versorgungseffekts.
Laut des aktuellen DiGA-Reports des GKV-Spitzenverbands wurden im Betrachtungszeitraum (September 2020 bis Dezember 2025) insgesamt 74 DiGA in das Verzeichnis aufgenommen, wobei 16 Anwendungen bereits in der Erprobungsphase aus dem Verzeichnis gestrichen wurden.
Positive Entwicklung bei den dauerhaften Aufnahmen der DiGA
Im vergangenen Jahr konnte ein Drittel der DiGA-Anbieter die Erprobungsphase erstmals auf Anhieb mit einer dauerhaften Aufnahme in das DiGA-Verzeichnis abschließen. Auch wenn dieser Trend positiv zu bewerten ist, bleibt die direkte Aufnahme in das DiGA-Verzeichnis weiterhin die Ausnahme.
Vergleichsweise hohe Herstellerpreise und lange Erprobungsphasen
Auch wenn mehrere Hersteller bereits während der Erprobungsphase die Preise gesenkt und damit die potenziellen Rückzahlungen minimiert haben, besteht weiterhin eine große Diskrepanz zwischen Hersteller- und tatsächlich verhandeltem Preis. Im Beobachtungszeitraum lagen die freien Herstellerpreise im Durchschnitt bei 544 €, während der verhandelte Preis im Mittel einen Wert von 227 € erreichte. Diese Preisdiskrepanz führt zu einer Mehrbelastung der Kassen. Insgesamt beliefen sich die Ausgaben auf rund 400 Mio. €.
Kommentar:
Digitale Gesundheitsanwendungen haben sich inzwischen als fester Bestandteil der ambulanten Versorgung etabliert. Zwischen 2020 und 2025 wurden insgesamt rund 1,6 Mio. DiGA aktiviert. Verordnet werden sie vor allem von Hausärzten, Orthopäden und HNO-Ärzten. Auch bei der Nutzung setzt sich ein klarer Trend der vergangenen Jahre fort: Frauen bilden die mit Abstand größte Nutzergruppe. Dieses Ergebnis steht im Einklang mit zahlreichen Studien, wonach Frauen Gesundheits- und Präventionsangebote häufiger in Anspruch nehmen als Männer.
Quelle: GKV-Spitzenverband – DiGA-Bericht des GKV-Spitzenverbandes 2025