Eigenanteile in der stationären Pflege steigen auch in 2026 weiter

Eigenanteile in der stationären Pflege steigen auch in 2026 weiter

Seit Jahren steigen die Eigenanteile kontinuierlich. Für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen bedeutet dies eine wachsende finanzielle Belastung. Nach einer Auswertung des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek) betrug der durchschnittliche Eigenanteil im ersten Aufenthaltsjahr durchschnittlich 3.245 €. Damit mussten Pflegebedürftige im Januar 2026 durchschnittlich 261 € bzw. 9 % mehr als im Vorjahr aus eigener Tasche aufbringen.

Mit zunehmender Aufenthaltsdauer reduziert sich der Eigenanteil aufgrund der aufenthaltsbedingten Zuschüsse. Zur Stabilisierung der Eigenanteile wurde dieser Anfang 2022 eingeführt. Abhängig von der Aufenthaltsdauer in der Einrichtung erhalten Pflegebedürftige einen Zuschuss zwischen 15 % und 75 % auf den einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (EEE). Hinter dem EEE verbergen sich die Pflegekosten sowie die Kosten für die Ausbildung. Daneben setzt sich der Eigenanteil aus den Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie den Investitionskosten zusammen. Auch diese Kostenbestandteile sind in den vergangenen Jahren gestiegen, allerdings deutlich moderater als die pflegebedingten Eigenanteile. Ursächlich für den deutlichen Anstieg der Pflegekosten sind die gestiegenen Personalkosten.

 

Kommentar:

Der abermalige Anstieg der Eigenanteile in 2026 unterstreicht die Schieflage im Pflegesystem und die damit verbundene Notwendigkeit umfassender Reformen. Denn steigende Eigenanteile belasten nicht nur die Pflegebedürftigen selbst, sondern mittelbar auch die Kommunen. Können Betroffene die Kosten für den Heimaufenthalt nicht aus eigenen Mitteln finanzieren, besteht Anspruch auf „Hilfe zur Pflege“. Die hierdurch ausgelösten Sozialhilfeleistungen führen wiederum zu höheren Ausgaben auf kommunaler Ebene. Im Jahr 2024 stiegen die Nettoausgaben für die Hilfe zur Pflege insgesamt um 17,7 % auf 5,3 Mrd. €.

Quellen:

Stefanie Gorr
Autor Stefanie Gorr
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