EPA: Jahresrückblick 2020

EPA: Jahresrückblick 2020

Das Europäische Patentamt (EPA) hat inzwischen seinen Jahresrückblick für 2020 veröffentlicht. Das vergangene Jahr war von Transformationen geprägt, welche vor allem zur Bewältigung der vielfältigen Herausforderungen der Corona-Pandemie beigetragen haben. Die Digitalisierung der Arbeitsumgebung und eine flexiblere Herangehensweise auf jeder Organisationsebene haben dabei eine wesentliche Rolle gespielt.

Europäische Patente auch in Coronazeiten gefragt
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Nachfrage nach europäischen Patenten nahezu gleichgeblieben. Es gingen insgesamt 180.250 europäische Patentanmeldungen beim EPA ein. Das sind 0,7% weniger als 2019. Durch die beschleunigte Digitalisierung des Patenterteilungsprozesses und die Telearbeit fast aller Bediensteten konnte das große Aufkommen auch während der Pandemie bewältigt werden.

Es wurden insgesamt 401.996 Recherchen, Prüfungen und Einsprüche durch die Prüfer des EPA abgeschlossen. 133.715 europäische Patente (3% weniger als im Vorjahr) wurden veröffentlicht.

Obwohl die Zahl der europäischen Patentanmeldungen im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist, liegt sie aber deutlich über dem vom EPA gesetzten Zielwert von 120.000.

EPA-Strategieplan 2023
Auf Grund der Corona-Krise und erster Erkenntnisse aus dem ersten Jahr der Umsetzung des Plans hat das EPA einige Projekte neu priorisiert.

Ziel 1: Ein klarer Schwerpunkt liegt auf der Förderung der internen beruflichen (Teil-)Mobiliät. Es wurden verschiedene Programme für Führungsmitglieder sowie ein Schulungsportal für alle Mitarbeiter eingeführt.

Ziel 2: Vereinfachung und Modernisierung der IT-Systeme, Cybersicherheit und Entwicklung eigener KI-basierter Modelle für die Vorklassifizierung.

Ziel 3: Bereitstellung qualitativ hochwerter Produkte und Dienstleistungen mit einem neuen, nutzerzentrierten Fokus. Es wurden zwei neue Plattformen etabliert: ein Digital File Marketplace und ein Digital Talent Marketplace. Sie sollen einen transparenten Austausch von Dateien zwischen Prüferteams gewährleisten und die effektive Verteilung der Arbeitslast maximieren sowie die Qualität verbessern.

Ziel 4: Aufbau eines europäischen Patentnetzwerks. Entwicklung einer neuen elektronischen europäischen Eignungsprüfung (e-EQE), engere technische Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten.

Ziel: 5: langfristige finanzielle und ökologische Nachhaltigkeit des EPA. Diesbezüglich wurden in der Pandemie große Fortschritte erzielt. Es wurde eine Reduzierung der CO2-Emissionen aus Dienstreisen um 86% erreicht und der Papierverbrauch sank bis 2020 um 58,6 Mio. Blatt auf Grund der Umstellung auf digitale Arbeitsabläufe

Zukünftig sollen Patenterteilungsverfahren und Arbeitsabläufe vollständig digitalisiert durchgeführt werden können.

Projekte und Initiativen
Zur Verbesserung der Online-Erfahrung der EPA-Nutzer wurden mehrere Initiativen gestartet, wie z.B. Projekte zur Überarbeitung der Website „epo.org.“ (benutzerfreundlicherer Zugang zu Online-Inhalten und-Dienstleistungen), zur Verbesserung der Kundenbetreuung und zur Einführung eines neuen Portals für den Nutzerbereich. Die Arbeiten am EPA-Dienst “Online-Anmeldung 2.0” wurden mit einem Pilotprojekt für Anmeldungen von europäischen Patenten (EP) und Patent Cooperation Treaty (PCT) mit externen Nutzern im zweiten Quartal 2020 fortgesetzt. Unter Einbeziehung von Nutzerfeedback wurde ein zweites Pilotprojekt gestartet, in welchem EP- und PCT-Nachmeldungen hinzugefügt wurden.

Der neue Benutzerbereich wird es Anmeldern und Vertretern einfacher und bequemer machen, mit ihrem Anmeldeportfolio, ihren Anmeldungen und elektronischen Benachrichtigungen zu bearbeiten.

 

Kommentar:

Alle Projekte zielen darauf ab, die Anmeldung von Patenten beim EPA schneller und einfacher zu machen und so die Zufriedenheit der Nutzer mit den Produkten und Dienstleistungen zu erhöhen.

Intern wird eine schnellere, qualitativ hochwertigere und qualifiziertere Bearbeitung der eingehenden Anmeldungen erwartet.

Siehe auch News vom 7.4.2021 und 12.10.2020

Quellen:

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