Erfolgversprechende Versuche mit Mensch-Affen-Embryonen

Erfolgversprechende Versuche mit Mensch-Affen-Embryonen

US-amerikanischen und chinesischen Forschern ist es gelungen, menschliche Stammzellen in Blastozysten von Javaaffen einzuschleusen. Dies geht aus einem im Deutschen Ärzteblatt vorgestellten Bericht des Journals Cell (2021; DOI: 10.1016/j.cell.2021.03.020) hervor. Die menschlichen Zellen überlebten in den Affenembryonen bis zu 19 Tage. Von den 132 Blastozysten überlebten 91 eine Spanne von 11 Tagen. 12 Embryonen erreichten ein Alter von 17 Tagen. Nach 19 Tagen sank deren Zahl auf 3. Somit konnten die Forscher zeigen, dass die menschlichen Stammzellen in den Affenembryonen überlebt, sich vermehrt und verschiedene Zelllinien gebildet haben, wobei es auch zu einer Kommunikation („Crosstalk“) zwischen den Zellen der Primaten und der Menschen kam. Aus ethischen Gründen verzichteten die Forscher auf den Versuch, die Embryonen in einen Uterus zu implantieren, weshalb keine Aussage über die weitere Entwicklung der Zellen möglich war.

Die Forscher begründeten ihre Versuche mit dem Ziel, künftig Gewebe und Organe in Tieren züchten zu wollen, um auf diese Weise dem eklatanten weltweiten Mangel an Spenderorganen zu begegnen. Durch die Injektion von menschlichen Stammzellen in tierische Embryonen sollen sich die Stammzellen zu funktionsfähigen menschlichen Organen entwickeln, die später in Menschen verpflanzt werden sollen. Hierbei eigenen sich Schweine aufgrund der vergleichbaren Größe der Organe besser als Primaten. Bereits vor Jahren durchgeführte Experimente mit Schweinen verliefen jedoch erfolglos – vermutlich aufgrund der großen evolutionären Distanz (misst die Ähnlichkeit der DNA-Sequenzen bei zeichenweisem Vergleich) zwischen Mensch und Schwein, die bei rund 90 Mio. Jahren liegt.

Versuche japanischer Forscher mit Ratten und Mäusen (mit einer evolutionären Distanz von 21 Mio. Jahren) vor rund 4 Jahren waren bereits erfolgversprechend. Nach der Injektion von Stammzellen gelang es, Inselzellen der Pankreas in Ratten zu züchten, die später zur Behandlung eines Typ-1-Diabetes bei Mäusen verwendet wurden. Mäuse und Ratten sind verwandtere Spezies als Mensch und Schwein.

Quelle: aerzteblatt.de – Forscher erzeugen frühe Affenembryonen mit menschlichen Anteilen

 

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