Finanzentwicklung: GKV rutscht ins Minus

Finanzentwicklung: GKV rutscht ins Minus

Die jüngst veröffentlichten vorläufigen Finanzergebnisse der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zeigen, dass die Kassen im ersten Quartal 2019 mit einem Defizit in Höhe von rund 102 Mio. Euro abgeschlossen haben. Die Einnahmen stiegen um 3,7% auf 62,3 Mrd. Euro. Die Ausgaben lagen mit rund 62,4 Mrd. Euro leicht darüber und erhöhten sich somit im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,5%. Die Zahl der Versicherten stieg um ca. 0,6%.

Die absoluten Ausgaben in ausgewählten Leistungsbereichen entwickelten sich im Vergleich zum Vorjahresquartal wie folgt (vgl. Tabelle; zum Teil sind Schätzwerte enthalten):

Arzneimittelausgaben4,0 %
zahnärztliche Behandlung1,6 %
Zahnersatz4,5 %
Krankenhausbehandlung2,9 %
Heilmittel13 %
Hilfsmittel5,9 %
Netto-Verwaltungskosten der Krankenkassen3,6 %

Je nach Kassenart ergibt sich folgendes Bild:

  • Kassen mit Überschuss: Allgemeine Ortskrankenkassen (rund 89 Mio. Euro), Knappschaft-Bahn-See (26. Mio. Euro), Landwirtschaftliche Krankenversicherung (9  Mio. Euro)
  • Kassen mit Defizit: Ersatzkassen (151 Mio. Euro), Betriebskrankenkassen (59  Mio. Euro), Innungskrankenkassen (16 Mio. Euro)

Der Gesundheitsfonds schloss Ende des 1. Quartals 2019 mit einem saisonüblichen Ausgabenüberhang von rund 2,57 Mrd. Euro. Für das 2. Halbjahr ist hier ein Ausgleich durch die Einnahmen aus der Verbeitragung von Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeldzahlungen sowie aus den Rentenanpassungen zur Jahresmitte zu erwarten. Die beitragspflichtigen Einnahmen stiegen im 1. Quartal 2019 um 4,1%.

Quelle: Bundesministerium für Gesundheit – Finanzreserven der Krankenkassen im 1. Quartal 2019 weiter bei rund 21 Milliarden Euro

 

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