Forschungsprojekt zu Tumorrisikosyndrom startet

Forschungsprojekt zu Tumorrisikosyndrom startet

Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) verfolgen einen neuen Ansatz zur Verbesserung der Versorgung von Krebspatienten. Das im Juli 2021 startende Forschungsprojekt „OnkoRiskNET – Kooperationsnetzwerk zur wohnortnahen Versorgung von Patienten und Familien mit einem genetischen Tumorrisiko“ ist auf eine Laufzeit von vier Jahren angelegt und wird vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) mit rund 2,5 Mio. Euro gefördert. Kooperationspartner sind neben der MHH das Institut für Medizinische Genetik des Universitätsklinikums Dresden, die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, die Landesverbände Niedersachsen und Sachsen des Berufsverbandes der Hämatologen und Onkologen sowie die AOK Niedersachsen.

Im Zuge des rasanten Technologie-, Wissens- und Bedeutungszuwachses in der Humangenetik ist das Ziel die zukünftige Sicherstellung der flächendeckenden humangenetischen Versorgung. Bei Familienangehörigen von Krebspatienten ist die Verunsicherung hinsichtlich der Beurteilung des eigenen Erkrankungsrisikos nicht selten groß. Das Projekt ermöglicht auf Basis von genetischer Beratung und Diagnostik die Erstellung einer Diagnose zum Tumorrisikosyndrom (Risiko für eine Krebserkrankung aufgrund familiärer Vorbelastung). Mithilfe der Diagnose ist es möglich, eine personalisierte Prävention und Therapie sowie eine Identifikation weiterer Familienmitglieder in die Wege zu leiten. Zudem profitieren die Patienten, wie die Erfahrung zeigt, aus psychosozialen Gründen von einer genetischen Beratung.

Strukturierte Behandlungspfade, Unterstützung bei der Indikationsstellung und Befundinterpretation sowie der Einsatz von Telemedizin tragen dazu bei. Hierfür wird in den Bundesländern Sachsen und Niedersachsen die Gründung eines Kooperationsnetzwerks, bestehend aus niedergelassenen Onkologen sowie Fachärzten für Humangenetik, angestrebt. Auf diese Weise verhilft das Projekt zu einer Verbesserung der in Deutschland insbesondere in ländlichen Regionen mangelhaften flächendeckenden humangenetischen Patientenversorgung.

Quelle: Medizinische Hochschule Hannover – Besserer Schutz vor vererbbarem Krebs

 

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