Freiberufler sehen leichte Entspannung

Freiberufler sehen leichte Entspannung
Das Ergebnis der repräsentativen Umfrage des Instituts für Freie Berufe (IFB) zur wirtschaftlichen Situation während der Corona-Pandemie zeigt, dass die befragten Freiberufler diese – im Vergleich zu den vorangegangenen Umfragen – zuversichtlicher sehen. Sie bleiben aber zurückhaltend. Die leichte Entspannung wird auf die bisherigen Lockerungen und darauf zurückgeführt, dass viele Freiberufler ihre Angebote angepasst und sich so auf die veränderte Situation eingestellt haben. Ergebnisse der Umfrage: Aktuelle wirtschaftliche Lage 25,2% der Befragten schätzen ihre derzeitige wirtschaftliche Lage im Vergleich zu 2020 besser ein, für 46,6% bleibt sie gleich und bei 20,6% fällt sie schlechter aus. 7,6% sehen keinerlei pandemiebedingte Veränderungen. Vor allem die freien Kulturberufe, Solo-Selbstständige und kleine Freiberuflerbetriebe mit bis zu fünf Mitarbeitern sind in ihrer Einschätzung eher zurückhalten. Arbeitsrückgang 2,4% verzeichneten im Verlauf des Jahres einen Arbeitsrückgang von mehr als 75%, bei 5,3% liegt er über 50 bis 75%, bei 12,6% bei über 25 bis 50%, bei 25,6% bei über 5 bis 25% und bei 54,1% bei bis zu 50%. Im Vergleich zum Coronajahr 2020 bedeutet das eine leichte Verbesserung. Stellenabbau 8% der befragten Freiberufler waren gezwungen, Stellen abzubauen. Im nächsten halben Jahr sind mindestens weitere 130.000 Stellen bedroht. Arbeitsauslastung Auf Anfrage, wie sich ihre Arbeitsauslastung durch die Pandemie verändert hat, sahen 24% eine Senkung und 30,1% keine Veränderung. Ihre Arbeitsauslastung steigern konnten 8,9% um 5%, 21,5% um über 5 bis 25% und 1,8% um über 75%. Vor allem bei den beratenden Freiberuflern und den Heilberufen hat die Arbeitsauslastung zugenommen. Perspektive Hier rechnen 82,5% der Befragten, bei denen ein Anstieg der Arbeitsauslastung zu verzeichnen war, nicht mit einem Rückgang. Sie gehen aber davon aus, dass die Folgen der Pandemie sowie die Maßnahmen, um ihr zu begegnen, sie weiterhin fordern werden.  

Kommentar:

Das Institut für Freie Berufe hat rund 1.300 selbstständige Freiberufler zu den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie, zu ihren Erwartungen für dieses Jahr und zu den erforderlichen Wachstumsimpulsen befragt. Die Datenerhebung und Auswertung erfolgten zwischen Ende Juni und Mitte Juli 2021. Viele der Befragten sehen die Politik im Fokus: Themen wie eine höhere Wertschätzung der Freiberuflichkeit, bessere Förderung der Selbstständigkeit, mehr Planbarkeit und Verlässlichkeit der Gesetzgebung, Beschleunigung und Digitalisierung von öffentlichen Verwaltungsprozessen, Ausbau der digitalen Infrastruktur und höhere öffentliche Investitionen sind hier politische Handlungsfelder. Die allgemeine Situation sieht im Durchschnitt bei den freien rechts- und steuerberatenden Berufen besser aus, da sie elementar dazu beitragen, die Krise einzudämmen und den Weg aus der Krise heraus zu gestalten. Siehe News vom 14.1.2021 und 2.8.2021 Quelle: Bundesverband der Freien Berufe e.V. – Prof. Dr. Ewer: „Leichte Entspannung, Zweifel bleiben“
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