In ganz Deutschland nehmen die Fälle von schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom) weiter zu – allerdings mit teils erheblichen regionalen Unterschieden. Das zeigt der aktuelle BARMER-Arztreport 2025, der sich gezielt mit dem Thema Hautkrebs befasst. Den Hochrechnungen zufolge stieg die Zahl der Betroffenen mit der Diagnose malignes Melanom von 188.603 im Jahr 2005 auf 417.400 im Jahr 2023 – ein Zuwachs von 121 %. Bereinigt um die demografischen Veränderungen ergab sich eine Steigerung von 85 %. Im Jahr 2023 waren bundesweit durchschnittlich 495 von 100.000 Einwohnern von der gefährlichen Tumorerkrankung betroffen. Am höchsten lag die Prävalenz in Rheinland-Pfalz, wo pro 100.000 Einwohner 251 Fälle mehr registriert wurden als in Berlin. Die Bundeshauptstadt verzeichnete bundesweit den niedrigsten Wert (vgl. Abb.).

Frauen der Jahrgänge 1957 bis 1968 besonders betroffen
Frauen, die zwischen 1957 und 1968 geboren wurden, haben ein deutlich höheres Risiko, an malignen Melanomen zu erkranken. Das liegt vermutlich daran, dass diese Geburtsjahrgänge in bestimmten Lebensphasen stärker der UV-Strahlung ausgesetzt waren – etwa durch häufigere Sonnenbäder oder die Nutzung von Solarien in den 1980er und 1990er Jahren. Sonnenbrände, vor allem in Kindheit und Jugend, gelten als besonders gefährlich für die Entstehung von Hautkrebs. Im Gegensatz dazu zeigen Personen, die nach 1980 geboren wurden, tendenziell ein geringeres Risiko. Das ist vor allem auf Aufklärung und effektivere Sonnenschutzmaßnahmen zurückzuführen.
UV-Bestrahlung als Hauptursache
UV-Bestrahlung – sei es durch die Sonne oder künstliche Quellen wie Solarien – ist der wichtigste Risikofaktor für Hautkrebs. Durch das Schädigen von Hautzellen und Erbgut können sich bösartige Tumore entwickeln. Daher sind Sonnenbrände in jungen Jahren besonders riskant und bleiben oft als „Schäden“ im Körper erhalten, die sich erst Jahrzehnte später in Form von Hautkrebs zeigen.
Kommentar:
Vor dem Hintergrund des steigenden Hautkrebsrisikos gewinnt neben Prävention und Aufklärung insbesondere das Hautkrebs-Screening an Bedeutung. In Deutschland besteht seit 2008 für gesetzlich Versicherte ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre ein Anspruch auf eine Hautkrebsvorsorgeuntersuchung. Diese umfasst eine vollständige Untersuchung der Haut sowie eine Beratung zum Sonnenschutz. Die Leistung darf von Dermatologen oder speziell qualifizierten Hausärzten erbracht und abgerechnet werden. Die Früherkennung ist von zentraler Bedeutung, da eine Behandlung in frühen Stadien in der Regel die Überlebenschancen signifikant verbessert.
Positiver Trend bei der Inanspruchnahme des Hautkrebsscreenings
Nach Angaben des Zi-Trendreports 2025 ist die Inanspruchnahme des Hautkrebs-Screenings in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Zwischen 2021 und 2024 erhöhte sich die Zahl der durchgeführten Untersuchungen von rund 6,7 Mio. auf mehr als 7,5 Mio. (+12,6 %). Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass das Bewusstsein sowohl für die Hautkrebsrisiken als auch für die Relevanz der Früherkennung in der Bevölkerung zunimmt.
Quellen: