Eine aktuelle Studie aus 2025 liefert Einblicke in die Gehaltsstruktur der zahnmedizinischen Fachkräfte in Deutschland.
Zwischen September und Dezember 2024 wurden bundesweit 1.369 Praxismitarbeiter befragt. Die Auswertung basiert auf Bruttomonatsgehältern bei einer Vollzeitbeschäftigung mit 40 Stunden/Woche inklusive Sonderzahlungen.
Bruttomonatsgehälter der ZFA und ZMF
In der Studie werden die Daten der Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) und Zahnmedizinischen Fachassistenten (ZMF) kombiniert, da sich die Aufgabengebiete oftmals überschneiden. Die drei häufigsten Tätigkeitsbereiche unter den 613 Teilnehmern sind:
- Stuhlassistenz (451 Teilnehmer)
- Rezeption, Empfang und Terminvergabe (436 Teilnehmer)
- Prophylaxe (323 Teilnehmer)
Tabelle 1: Gehaltsstrukturen der ZFA und ZMF
| ZFA/ZMF | unteres Quartil | Median | oberes Quartil |
|---|---|---|---|
| < 2 Jahre Berufserfahrung | 2.596 € | 2.753 € | 3.033 € |
| 3 - 5 Jahre Berufserfahrung | 2.549 € | 2.834 € | 3.204 € |
| 6 - 11 Jahre Berufserfahrung | 2.769 € | 3.040 € | 3.358 € |
| 12 - 17 Jahre Berufserfahrung | 2.747 € | 3.102 € | 3.461 € |
| 18 - 23 Jahre Berufserfahrung | 2.931 € | 3.250 € | 3.514 € |
| 24 - 29 Jahre Berufserfahrung | 2.909 € | 3.283 € | 3.640 € |
| > 29 Jahre Berufserfahrung | 2.972 € | 3.333 € | 3.645 € |
Quelle: Dentale Gehaltsstudie 2025
Bruttomonatsgehälter der ZMV, ZMP, DH und PM
Die Gehälter der Zahnmedizinischen Verwaltungsassistenten (ZMV), Zahnmedizinischen Prophylaxeassistenten (ZMP), Dentalhygieniker (DH) und Praxismanager (PM) werden ohne Berücksichtigung der Berufserfahrung abgebildet.
Tabelle 2: Gehaltsstrukturen der ZMV, ZMP, DH und PM
unteres Quartil Median oberes Quartil | |||
|---|---|---|---|
| ZMV | 3.486 € | 3.998 € | 4.400 € |
| ZMP | 3.252 € | 3.695 € | 4.123 € |
| DH | 4.022 € | 4.865 € | 5.251 € |
| PM | 3.592 € | 4.078 € | 4.720 € |
Quelle: Dentale Gehaltsstudie 2025
Einflussfaktoren auf die Vergütung
Die Studie identifiziert mehrere zentrale Einflussfaktoren, die sich maßgeblich auf die Vergütung auswirken. Zum einen erklärt die Berufserfahrung innerhalb der ZFA-Gruppe rund 34 % der Gehaltsunterschiede. Zwar steigen die Gehälter mit zunehmender Berufserfahrung an, die Entwicklung verläuft jedoch nicht unbegrenzt progressiv (vgl. Tabelle 1). Darüber hinaus wirken sich Tätigkeitsschwerpunkte auf das Einkommen aus: Wer über seine vorgesehene Tätigkeit hinaus mehr Verantwortung übernimmt, erzielt im Median ein höheres Gehalt. Auch der Praxisstandort spielt eine Rolle bei der Vergütung. In Metropolen, Groß- und Mittelstädten liegt das Median-Gehalt mit 3.200 € über dem Niveau in Kleinstädten und ländlichen Regionen (3.063 €). Einen starken Einfluss haben Zusatzqualifikationen, denn diese führen zu deutlichen Gehaltssprüngen, da sie mit höherer Verantwortung und größerer wirtschaftlicher Bedeutung für die Praxis einhergehen.
Arbeitszeit
Obwohl die Gehaltsangaben auf 40 Wochenarbeitsstunden normiert wurden, zeigt die Studie, dass viele Praxismitarbeiter weniger arbeiten:
- Median-Arbeitszeit bei ZFA, ZMP, ZMV und DH: 32 Stunden/Woche
- Median-Arbeitszeit bei PM: 35 Stunden/Woche
- Median-Urlaub: 30 Tage
Zufriedenheit und Gehaltsstruktur
Die durchschnittliche Zufriedenheit mit dem Gehalt liegt bei 6 von 10 Punkten. Ein zentrales Ergebnis dabei ist, dass rund 75 % der Befragten berichten, dass Gehaltserhöhungen nicht nach einem festen System erfolgen und Anpassungen nur auf Nachfrage erfolgen.
Kommentar:
Die in der Gehaltsstudie 2025 dargestellten Gehaltsentwicklungen für Zahnmedizinische Fachangestellte sind auch ökonomisch durch die Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit erklärbar. Diese Analyse bewertet Berufe anhand eines definierten Indikatorensystems. Grundlage sind sechs Engpassindikatoren:
- Median-Vakanzzeit
- Arbeitssuchende-Stellen-Relation
- Berufsspezifische Arbeitslosenquote
- Veränderung des Anteils ausländischer Beschäftigter
- Abgangsrate aus Arbeitslosigkeit
- Entwicklung des Entgeltes
Jeder dieser Indikatoren wird in vier Kategorien eingeteilt und mit 0 bis 3 Punkten bewertet. Aus dem Durchschnitt dieser Punkte ergibt sich der Gesamtwert. Liegt dieser zwischen 2,0 und 3,0 gilt ein Beruf als Engpassberuf. Zahnmedizinische Fachangestellte erreichen einen Wert von 2,8 und gehören somit zu den Engpassberufen. Da die Entgeltentwicklung Bestandteil der Analyse ist, weist diese u. a. aufgrund steigender Gehälter einen Fachkräftemangel aus.
Die Gehaltsstudie aus 2025 zeigt steigende Median-Bruttogehälter, vor allem bei Zusatzqualifikationen und macht regionale Unterschiede sichtbar. Die Engpassanalyse erklärt diese Entwicklung: In einem Markt mit hoher Vakanzzeit, geringer Arbeitslosenquote und unausgeglichener Stellen-Arbeitssuchenden-Relation steigt die Zahlungsbereitschaft der Arbeitgeber, da der Fachkräftemangel in diesen Regionen stärker ausgeprägt ist und damit der Wettbewerb um die vorhandenen Kräfte steigt.
Anzumerken ist jedoch, dass die Engpassanalyse trotz des differenzierten Indikatorensystems regionale Unterschiede und praxisindividuelle Vergütungsstrukturen nur begrenzt abbildet. Somit ist nicht jede Gehaltsentwicklung als Fachkräftemangel zu erklären.
Quellen: