Gender Gap bei Anwältinnen besonders hoch

Gender Gap bei Anwältinnen besonders hoch
Wie aus dem jüngst veröffentlichten STAR-Bericht 2020 hervorgeht, verdienen angestellte Anwälte 18,2% (77.000 Euro) mehr als Anwältinnen (63.000 Euro). Bei den Syndikusanwälten liegt der Gender Pay Gap mit 26,5% (136.000 Euro bzw. 100.000 Euro brutto) sogar bei über einem Viertel. Selbstständige Anwälte setzten bundesweit 37% (215.000 Euro) mehr um als ihre Kolleginnen (136.000 Euro). Bei den Überschüssen liegt die Zahl sogar bei 40% (Anwälte: 110.000 Euro, Anwältinnen: 66.000 Euro). Die Zahlen beziehen sich ausschließlich auf Vollzeit arbeitende Anwält*innen. Eine wichtige Rolle für die Einkommensdifferenzen spielen Kanzleigröße, Ortsgröße und Fachanwaltstitel. In Einzelkanzleien werden 40% weniger Umsätze (158.000 Euro bzw. 265.000 Euro) erzielt als in Sozietäten. Auch ist das Gehalt von Angestellten um 32% niedriger 51.000 Euro bzw. 75.000 Euro brutto) als in größeren Kanzleien. Die meisten Anwältinnen (73%) sind in Einzelkanzleien oder in kleineren Kanzleien mit bis zu drei Berufsträger*innen (17%) beschäftigt. Fachanwaltstitel und Spezialisierungen tragen zur Erhöhung des Einkommens bei. Hier entspricht der Anteil der Fachanwältinnen knapp dem Frauenanteil in der Anwaltschaft (32% bzw. 35,5%). Fachanwältinnen sind meist in den weniger lukrativen Gebieten wie Familienrecht oder Sozialrecht tätig. In den einkommensstärkeren, wirtschaftsnahen Bereichen sind sie jedoch unterrepräsentiert.   Weiterführende Informationen, wie Kommentierungen, Quellen etc. sind nur für ATLAS FREIE BERUFE Kunden ersichtlich.
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