Gesamthonorar Allgemeinmedizin 2024 bei fast 15,7 Mrd. €

Gesamthonorar Allgemeinmedizin 2024 bei fast 15,7 Mrd. €

Im Jahr 2024 erzielten die niedergelassenen Allgemeinmediziner in Deutschland ein Honorarvolumen von insgesamt rund 15,67 Mrd. €. Wie aus der Honorarübersicht in Atlas Medicus hervorgeht, stammt der Großteil dieses Betrages aus der Versorgung gesetzlich Versicherter. Die Einnahmen aus der gesetzlichen Krankenversicherung und aus der Hausarztzentrierten Versorgung beliefen sich in Summe auf etwa 13,0 Mrd. € und machten rund 83 % des gesamten Honorarvolumens aus (vgl. Abb.). Hierbei wurden im Gesamtjahr 2024 152,89 Mio. GKV-Fälle sowie 22,18 Mio. HZV-Fälle abgerechnet. Die Leistungen, die über die private Krankenversicherung (PKV) oder als Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) abgerechnet wurden, summierten sich auf knapp 2,7 Mrd. € und damit auf weniger als ein Fünftel des Gesamthonorars.

Abb.: Niedergelassene Allgemeinmediziner: Umsätze aus GKV inkl. HZV und PKV (Relativbetrachtung)

Diagramm über die Zusammensetzung des Umsatzes in Prozent (nach GKV und PKV) der Vertragsärzte der Fachgruppe Allgemeinmedizin im Jahr 2024

Quelle: ATLAS MEDICUS (2025)

 

Kommentar:

Allgemeinmedizin: große Bedeutung für die flächendeckende Versorgung

Die niedergelassenen Allgemeinmediziner belegen im Atlas Medicus Branchenumsatzranking den zweiten Platz hinter der Zahnmedizin. Diese Position unterstreicht die Bedeutung der Fachgruppe: Als wohnortnahe Anlaufstelle für gesundheitliche Anliegen tragen die Allgemeinmediziner einen wesentlichen Teil der Grundversorgung in Deutschland und übernehmen in ihrer Funktion als Hausärzte eine zentrale und unverzichtbare Rolle im Gesundheitssystem – sowohl für die frühzeitige Diagnostik als auch für die kontinuierliche Betreuung der Bevölkerung.

Lücken bei der Hausarztversorgung werden größer

Mit Blick auf die besondere Bedeutung der hausärztlichen Versorgung wiegen bestehende Lücken im Grundversorgungssystem besonders schwer. Bereits heute sind bundesweit mehr als 5.000 Hausarztsitze unbesetzt. Fachleute gehen davon aus, dass sich der Hausarztmangel aufgrund bevorstehender Ruhestandswellen, dem Trend zur Anstellung und unzureichender Zahlen bei den nachrückenden Hausärzten weiter verschärfen wird. Eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung prognostiziert, dass sich die Zahl der unbesetzten Hausarztstellen innerhalb der kommenden fünf Jahre auf bis zu 10.000 verdoppeln könnte. Zusätzliche Brisanz erhält diese Entwicklung durch das von der Bundesregierung geplante Primärarztsystem. Sollte dessen Einführung zu einer weiteren Belastung der ohnehin stark beanspruchten Hausarztpraxen führen, wäre nicht nur mit längeren Wartezeiten und Terminengpässen für Patienten zu rechnen – sondern auch mit einer potenziell abschreckenden Wirkung auf den dringend benötigten hausärztlichen Nachwuchs.

Zusätzliche Belastungen durch das Primärarztsystem erfordern Entlastung an anderer Stelle

Ein funktionsfähiges Primärarztsystem setzt deshalb eine spürbare Entlastung der Hausarztpraxen voraus: durch die Reduktion unnötiger Patientenkontakte, den konsequenten Abbau bürokratischer Pflichten, praxistaugliche digitale Lösungen, familienfreundlichere Arbeitszeitmodelle, erweiterte Delegationsmöglichkeiten sowie eine gerechte Honorierung der zusätzlichen Aufgaben. Nicht zuletzt ist die konsequente Umsetzung des Masterplans Medizinstudium 2020 von Bedeutung, da er der Allgemeinmedizin bereits im Studium mehr Gewicht verleiht.

Quelle: ATLAS MEDICUS

Dr. Elisabeth Leonhard
Autor Dr. Elisabeth Leonhard
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