Große gewerbliche Dentallabore mit mindestens zehn Beschäftigten konzentrieren sich vor allem auf die großen Flächenländer Deutschlands. Dies geht aus einer aktuellen Auswertung des Atlas Medicus Marktatlas mit Datenstand Februar 2025 hervor. Die höchste Zahl gewerblicher Großlabore (≥ 10 Mitarbeiter) entfiel demnach auf die Kammerbezirke Bayern (153), Nordrhein (134) und Niedersachsen (131). Es folgten Baden-Württemberg (115) und Westfalen-Lippe (108). Insgesamt handelt es sich bei rund 17 % aller gewerblichen Dentallabore um Großlabore.
Abb.: Gewerbliche Dentallabore mit mindestens 10 Mitarbeitern nach Region

Quelle: ATLAS MEDICUS
Anbieterdichte mit deutlichen regionalen Unterschieden
Die weitere Auswertung zeigt zudem, dass nicht nur die Verteilung der Großlabore, sondern auch die allgemeine Anbieterdichte gewerblicher Dentallabore je nach Region erheblich variiert (vgl. Tab.). Die höchste Labordichte verzeichneten Bayern und Nordrhein mit jeweils rund 11.400 bis 11.500 Einwohnern je gewerblichem Dentallabor. Deutlich geringer fiel die Labordichte dagegen in Hamburg, Niedersachsen und Berlin aus, wo auf ein Labor jeweils etwa 16.000 bis 16.500 Einwohner kamen. Die geringste Labordichte wies Bremen auf: Dort entfielen mehr als 19.000 Einwohner auf ein gewerbliches Dentallabor.
Tabelle Anbieterdichte: Gewerbliche Dentallabore nach Region
| Region | Dichte EW/Labor |
|---|---|
| Baden-Württemberg | 13.324 |
| Bayern | 11.405 |
| Berlin | 16.516 |
| Brandenburg | 15.658 |
| Bremen | 19.214 |
| Hamburg | 16.089 |
| Hessen | 13.899 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 12.141 |
| Niedersachsen | 16.295 |
| Nordrhein | 11.554 |
| Rheinland-Pfalz | 15.015 |
| Saarland | 13.085 |
| Sachsen | 12.622 |
| Sachsen-Anhalt | 14.152 |
| Schleswig-Holstein | 15.583 |
| Thüringen | 13.100 |
| Westfalen-Lippe | 13.285 |
| Deutschland | 13.357 |
Quelle: www.atlas-medicus.de
| Hinweis: |
| Der Begriff „Großlabor“ bezeichnet in obigem Kontext zahntechnische Labore mit mindestens zehn Beschäftigten. Üblicherweise erfolgt die Einordnung jedoch anhand der Umsatzgröße (Jahresumsatz > 5 Mio. €). Laut Umsatzsteuerstatistik des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2024 fielen 74 der insgesamt 5.722 umsatzsteuerpflichtigen Dentallabore in Deutschland in diese Umsatzgrößenklasse. Obwohl sie lediglich 1,3 % aller Labore ausmachten, erwirtschafteten sie nahezu ein Viertel (23,7 %) des Gesamtumsatzes der Branche in Höhe von rund 4,82 Mrd. €. |
Kommentar:
Die Unterschiede bei der regionalen Verteilung der Dentallabore sind Ausdruck unterschiedlicher Marktstrukturen. Während Bayern und Nordrhein eine hohe Labordichte und damit einen vergleichsweise intensiven Wettbewerb zwischen den Anbietern aufweisen, spricht die Kombination aus einer hohen Zahl von Großlaboren und einer geringeren allgemeinen Labordichte in Niedersachsen für größere durchschnittliche Betriebsgrößen und eine stärkere Marktkonzentration. Begünstigt wird diese Entwicklung durch große Absatzmärkte mit vielen Zahnarztpraxen, einem großen Patientenpotenzial und ausgedehnten Einzugsgebieten. Diese günstigen Rahmenbedingungen erleichtern es Laboren, eine kritische Unternehmensgröße zu erreichen. Sie können dann Skaleneffekte nutzen und haben einen besseren Zugang zu finanziellen Mitteln, um in moderne Technik zu investieren, beispielsweise in digitale Fertigungstechnologien wie CAD/CAM-Systeme, 3D-Druck oder zentralisierte Produktionsprozesse. Zudem amortisieren sich die hohen Investitionskosten solcher Technologien in größeren Einheiten schneller. Die Konzentration von Großlaboren in den Flächenländern deutet auf einen fortgeschrittenen Konsolidierungsprozess im Dentallabormarkt hin. Langfristige Trends in der Branche – die Zahl gewerblicher Dentallabore sinkt, gleichzeitig gewinnen größere und digitalisierte Strukturen – stützen diese These. Während größere Labore ihre Vorteile bei Investitionen, Spezialisierung und Produktionskosten weiter ausbauen können, sehen sich kleinere Betriebe steigendem Anpassungs- und Wettbewerbsdruck ausgesetzt.
Quellen: