Das Gesamthonorar der Fachgruppe der vertragsärztlichen Anästhesisten summierte sich im Jahr 2023 deutschlandweit auf fast 1,09 Mrd. Euro. Dies geht aus den aktuellen Daten des Atlas Medicus hervor. Der Umsatz im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung mit knapp 587 Mio. Euro lag leicht über den privatärztlichen Umsatzerlösen in Höhe von rund 501 Mio. Euro. Bei den durchschnittlichen Fallzahlen lagen die gesetzlich krankenversicherten Patienten deutlich vor den privat abgerechneten Fällen. Pro Quartal behandelten die an der ambulanten Versorgung teilnehmenden Fachärzte für Anästhesiologie im gesamten Bundesgebiet durchschnittlich mehr als 796.000 Fälle aus dem Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung, während die Zahl der Privatpatienten-Fälle bei nur knapp 160.000 lag. Somit überstieg die Anzahl der GKV-Fälle jene der privaten Fälle um fast das Fünffache.
Hohe Relevanz der Privateinnahmen
Die Anästhesisten zählen zu den Fachgruppen, für die die Einnahmen aus der privaten Krankenversicherung von besonderer Bedeutung sind. So erzielt die Fachgruppe mit den Privatpatienten-Fällen, die nicht einmal ein Fünftel der Gesamtfallzahl ausmachen, rund 46% ihrer gesamten Einnahmen (vgl. Abb.).
Abb. Honorar (GKV + PKV) und Fallzahlen je Quartal in der ambulanten Anästhesie (Absolut- und Relativbetrachtung)

Quelle: ATLAS MEDICUS
Kommentar:
Mit einem Branchenumsatz von rund 1,09 Mrd. Euro platzieren sich die Fachärzte für Anästhesiologie im Mittelfeld unter den 36 Facharztgruppen (einschließlich der Zahnmedizin) im Atlas Medicus Fachgruppenvergleich. Anästhesisten rekrutieren in der Regel keine eigenen Patienten, sondern werden – wie z.B. Laborärzte – auf Überweisung durch die behandelnde Fachgruppe tätig. Ihre Aufgabe beginnt mit dem Aufklärungsgespräch und der präoperativen Beurteilung: Sie führen mit dem Patienten ein ausführliches Gespräch, klären über das Anästhesieverfahren und die Risiken auf und entscheiden gemeinsam mit dem Patienten und dem behandelnden Arzt, ob und wie eine Narkose durchgeführt werden kann. Während der Operation überwachen sie die Vitalfunktionen des Patienten und greifen bei Komplikationen ein. Nach der Operation übernehmen sie die unmittelbare Betreuung der Patienten und behandeln Schmerzen und Übelkeit. Zudem verfügen viele Anästhesisten über die Zusatzweiterbildung „Spezielle Schmerztherapie“ und sind auf die Behandlung akuter und chronischer Schmerzen spezialisiert.
Viele weitere Informationen und wirtschaftliche Kennzahlen zur Fachgruppe der niedergelassenen Anästhesisten finden sich im Atlas Medicus Infodienst, der u.a. Aufschluss über Einnahme- und Kostenstrukturen je Vertragsarzt gibt sowie eine Betrachtung auf den Ebenen West- und Ostdeutschland oder der einzelnen 17 KV-Regionen erlaubt.
Quelle: ATLAS MEDICUS