Kooperationsentscheidungen richtig vorbereiten mit dem ATLAS MEDICUS® Praxisplaner

Kooperationsentscheidungen richtig vorbereiten mit dem ATLAS MEDICUS® Praxisplaner

Kooperationen unter Vertragsärzten sind immer beliebter. Sie ermöglichen nicht nur das Arbeiten im Team und abgestimmte Arbeitszeitmodelle, sondern verteilen gleichzeitig die wirtschaftlichen Risiken auf mehrere Schultern. Doch der Entschluss, eine Praxis gemeinsam mit einem oder mehreren Kollegen zu betreiben, sollte gut vorbereitet werden. Im Vorfeld gilt es nicht nur, geeignete Praxispartner zu finden und die Kooperation aus vertraglicher und steuerrechtlicher Sicht optimal zu gestalten, sondern auch die Auswirkungen auf betriebswirtschaftlicher Ebene zu kalkulieren – denn die Anzahl der Zulassungen und der Praxisgewinn verhalten sich nicht linear.

Eine gelungene Planung und Kalkulation sichern den Erfolg der Kooperation

Unabhängig vom gewählten Kooperationsmodell gilt es zu bedenken, dass eine Expansion grundsätzlich mit zusätzlichen Investitionen und Folgekosten auf Ebene der Betriebskosten verbunden ist. Im Vorfeld sollten deshalb eine möglichst detaillierte Planung und Kalkulation des Finanzmittelbedarfs erfolgen. Ist ein Verbleib in den bestehenden Räumlichkeiten möglich? Sind Umbauten erforderlich? Ist die Größe des Wartebereichs ausreichend? Ist die Anschaffung zusätzlicher Geräte erforderlich? Wichtig ist auch die Planung der organisatorischen Abläufe. Inwieweit sollen sich die Arbeitszeiten der Praxispartner überschneiden oder die Sprechzeiten für die Patienten ausgedehnt werden? Wie lässt sich das bestehende Personal optimal zuteilen bzw. wie viele zusätzliche Mitarbeiter sind erforderlich? Über den Erfolg einer Expansion entscheidet schließlich auch die strategische Ausrichtung des Leistungsangebots. Über welche Qualifikationen sollte der Angestellte/Praxispartner verfügen? Ist eine reine Mengenausweitung des bestehenden Leistungsangebots oder ist ein ergänzendes Portfolio geplant? Kooperationsentscheidungen sollte deshalb in jedem Fall eine genauere Analyse des Marktes vorausgehen, die sowohl die Nachfrage (Patientengruppen und Kaufkraft) als auch die Konkurrenzsituation im jeweiligen Einzugsgebiet in Betracht zieht.

Erste Expansionsphase erfordert Durchhaltevermögen

Die Entscheidung zur Expansion sollte idealerweise nur auf Basis einer wirtschaftlich gesunden Praxis fallen. Die Erfahrung zeigt am Beispiel der Umwandlung der Einzelpraxis in eine BAG, dass es in den ersten (meist zwei) Jahren der Kooperation nicht selten zunächst zu rückläufigen Gewinnen kommt. Bei der Kalkulation ist somit zu berücksichtigen, dass sich zusätzliche Zulassungen nicht (sofort) eins zu eins in den Praxiskennzahlen widerspiegeln. Wie die Zahlen des Praxisplaners der Heilberufedatenbank ATLAS MEDICUS® für das Beispiel einer gynäkologischen Zweier-BAG in Bayern belegen, zeigen sich beim Umsatz und Gewinn – gemessen an den Durchschnittswerten der bayerischen Gynäkologen über alle Umsatzgrößenklassen hinweg – leichte Nachteile für die Kooperation. Der Gewinn je Vertragsarzt liegt in der BAG um knapp 32.000 Euro unter jenem der Einzelpraxis (vgl. Tabelle). Die Gründe liegen meist darin, dass der dringend benötigte Patienten-/Leistungszuwachs zunächst schwächer ausfällt als erwartet. Dies führt dazu, dass die Umsätze in geringerem Maße steigen als die Kosten (u.a. für zusätzliches Personal, Investitionen in das Gebäude, Praxisausstattung). Damit sich z.B. die Überführung einer Einzelpraxis in eine BAG rechnet, ist somit eine deutliche Leistungsausweitung notwendig, die unter Umständen jedoch erst nach mehreren Jahren realisiert werden kann. Ist diese Phase überstanden, lassen sich infolge der Expansion wesentlich höhere Renditen erzielen als mit einer kleineren Einzelpraxis.

Tab. Vergleich Einzelpraxis / BAG, Gynäkologen in Bayern

 
Einzelpraxis
BAG mit 2 Sitzen
Fallzahl Kasse (pro Jahr)
4.445
7.314
Fallzahl privat (pro Jahr)
616
1.014
Einnahmen je Praxis (pro Jahr)
392.974 €
711.309 €
Mitarbeiter
4
6
Kosten gesamt (Jahr, inkl. AfA)
187.459 €
364.242 €
Personalkosten
88.292 €
204.045 €
Abschreibungen
10.805€
22.204 €
Gewinn
205.515 €
347.067 €
Quelle: REBMANN RESEARCH

 

Kommentar:

Planungssicherheit mit dem ATLAS MEDICUS® Praxisplaner

Der ATLAS MEDICUS® Praxisplaner nimmt Ärzten im Vorfeld einer Kooperationsentscheidung komplizierte Berechnungen bei der Planung ab und erlaubt es, verschiedene – auch fachübergreifende – Szenarien anhand valider und aktueller Daten durchzuspielen. Grundsätzlich sollten die Auswirkungen auf Einnahmen und Kosten nicht nur für das Gründungsjahr, sondern mindestens auch für die kommenden fünf Jahre geplant werden. Dies kann unter anderem in Form einer Mindestumsatzberechnung zur Deckung der Betriebskosten und zur Finanzierung der Investitionen erfolgen. Gleichzeitig erlauben die geplanten Werte ein einfaches Controlling, das bei Abweichungen ein rechtzeitiges Gegensteuern ermöglicht. Nicht zuletzt berücksichtigt der Praxisplaner auch die Kosten für die private Lebenshaltung, die Vorsorge der Praxisinhaber und ihren Familien, Entnahmen für sonstige private Ausgaben sowie die voraussichtliche Steuerbelastung.

Quelle: REBMANN RESEARCH

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