Deutsche Krankenhäuser setzen zunehmend auf digitale und KI-basierte Lösungen. Dies geht aus einer aktuellen Online-Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom mit Unterstützung des Hartmannbundes hervor. Befragt wurden 616 Ärzte aller Fachrichtungen in deutschen Kliniken und Praxen. Den Ergebnissen zufolge nutzen bereits 26% der Krankenhäuser Roboter bei Operationen und anderen Eingriffen (vgl. Abb.). Bei insgesamt 18% kommt Künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz – etwa bei der Auswertung bildgebender Verfahren. Dies bedeutet gegenüber 2022 eine Verdopplung. Zudem setzen mehr als ein Zehntel der Befragten (11%) bei Operationen oder zu Trainingszwecken auf Virtual Reality (VR).

Quelle: Bitkom Research 2025
Noch höher als die tatsächlichen Nutzungsraten fällt die Nutzeneinschätzung von Robotik, Digitalisierung und KI aus. Dies gilt insbesondere für den Bereich der Verwaltung, wo 70% der Nicht-Nutzer digitale Aufklärungsbögen und 65% eine Tablet-gestützte Patientenaufnahme für sinnvoll erachten (vgl. Abb.). Im telemedizinischen Bereich gilt dies vor allem für Telekonsultationen (51%) und die Datenanalyse aus Gesundheitsapps und Fitnesstrackern. Mehr als die Hälfte der Krankenhausärztinnen und -ärzte befürwortet den Einsatz von Virtual Reality (54%).
Kommentar:
Wie die weiteren Umfrageergebnisse unter allen Teilnehmern, einschließlich der Praxen, zeigen, empfinden 41% das Digitalisierungstempo im deutschen Gesundheitswesen als viel zu langsam und weitere 35% als eher zu langsam. Gleichzeitig sind 83% der Ansicht, dass Deutschland im internationalen Vergleich bei der Digitalisierung des Gesundheitssystems Aufholbedarf hat. Dennoch lässt sich aus den Ergebnissen ableiten, dass der Einsatz digitaler Technologien und Robotik in deutschen Krankenhäusern voranschreitet. Während die tatsächliche Nutzung digitaler Lösungen langsam zunimmt, sind das Interesse und die Erwartungen an digitale Innovationen noch deutlich größer. Stuften im Jahr 2020 lediglich 67% der Befragten die Digitalisierung als Chance für das Gesundheitswesen ein, ist dieser Anteil mittlerweile auf 81% gestiegen. Diese Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit lässt sich durch die ungünstigen Rahmenbedingungen erklären: An erster Stelle steht die hohe Komplexität des deutschen Gesundheitswesens (81%), gefolgt von der mangelnden Marktreife digitaler Anwendungen (65%). Ebenfalls als hemmend werden eine zu strenge Auslegung des Datenschutzes (59%), langwierige Zertifizierungs- und Genehmigungsverfahren (57%) sowie der große Aufwand für IT-Sicherheit (56%) wahrgenommen.
Quellen: