Laufende Gesundheitsausgaben: Privathaushalte und Arbeitnehmer schultern mehr als die Hälfte

Laufende Gesundheitsausgaben: Privathaushalte und Arbeitnehmer schultern mehr als die Hälfte

Im Jahr 2024 haben Privathaushalte und Arbeitnehmer mit 286,8 Mrd. € insgesamt 54,3 % der laufenden Gesundheitsausgaben finanziert. Darauf weist das Statistische Bundesamt in einer aktuellen Pressemitteilung hin. Damit erreichte der Anteil der privat finanzierten Gesundheitsausgaben – einschließlich der von Arbeitnehmern getragenen Sozialversicherungsbeiträge – nach einem pandemiebedingten Rückgang wieder das Niveau vor Ausbruch der Coronapandemie.

Arbeitnehmer schultern gut ein Viertel der laufenden Gesundheitsausgaben

Die von Privathaushalten und Arbeitnehmern finanzierten laufenden Gesundheitsausgaben stiegen im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr um 9,2 %. Knapp 48 % dieser Ausgaben (136,5 Mrd. €) entfielen auf die von Arbeitnehmern gezahlten Sozialversicherungsbeiträge. Dies entspricht einem Anteil von 25,8 % an den gesamten laufenden Gesundheitsausgaben. Weitere rund 21 % wurden aus sonstigen inländischen Einnahmen finanziert. Hierzu zählen die Ausgaben privater Haushalte insbesondere für ambulante und stationäre Pflegeleistungen sowie für rezeptfreie Arzneimittel aus Apotheken. Gegenüber 2023 entspricht dies einem Anstieg von 5,6 %.

Unternehmen tragen steigende Last

Die gesamten laufenden Gesundheitsausgaben stiegen im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr um 7,6 % auf 528,5 Mrd. €. Unter allen Finanzierungsträgern verzeichneten die Unternehmen das stärkste Ausgabenwachstum. Ihre Beiträge erhöhten sich um 9,5 % beziehungsweise 14,3 Mrd. € auf insgesamt 164,5 Mrd. €. Damit entfielen 31,1 % der laufenden Gesundheitsausgaben auf die Unternehmen.

Staatliche Ausgaben stagnieren

Demgegenüber blieb die staatliche Finanzierung nahezu unverändert. Die öffentlichen Mittel stiegen lediglich um 0,1 % auf 73,9 Mrd. €. Der überwiegende Teil dieser Mittel (90,1 %) wurde für Transfers und Zuschüsse eingesetzt. Dazu zählen insbesondere der jährliche Bundeszuschuss zum Gesundheitsfonds sowie Beihilfen der öffentlichen Arbeitgeber.

 

Kommentar:

Die Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, dass sich die Finanzierung des Gesundheitswesens 2024 zulasten von Arbeitnehmern, Privathaushalten und Unternehmen verschoben hat. Mehr als die Hälfte der laufenden Gesundheitsausgaben wird inzwischen privat beziehungsweise beitragsfinanziert getragen, während die staatlichen Ausgaben weitgehend stagnieren.

Debatte um die Lastenverteilung

Vor diesem Hintergrund dürfte die Debatte um das von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken vorgelegte Spargesetz weiter an Schärfe gewinnen. Denn während das Reformpaket von Leistungserbringern und Pharmaindustrie erhebliche Einsparungen fordert und auch Versicherte durch höhere Zuzahlungen, Einschränkungen bei der beitragsfreien Familienversicherung sowie Leistungskürzungen belastet, klammert es das Thema der versicherungsfremden Leistungen weitgehend aus. Krankenkassen kritisieren seit Langem, dass gesamtgesellschaftliche Aufgaben wie die Gesundheitsversorgung von Bürgergeldempfängern überwiegend von den Beitragszahlern getragen werden müssen. Eine Übernahme dieser Ausgaben durch den Bund könnte die gesetzliche Krankenversicherung jährlich um rund 10 Mrd. € entlasten.

Quelle: Destatis – Private Haushalte finanzieren mehr als die Hälfte der laufenden Gesundheitsausgaben im Jahr 2024

Dr. Elisabeth Leonhard
Autor Dr. Elisabeth Leonhard
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