Medizinische Fachrichtungen im wirtschaftlichen Vergleich: Orthopädie im Mittelfeld

Medizinische Fachrichtungen im wirtschaftlichen Vergleich: Orthopädie im Mittelfeld
Orthopädische Vertragsärzte liegen hinsichtlich Umsatz und Gewinn im Vergleich mit anderen Facharztgruppen im Mittelbereich. Dies zeigt eine aktuelle Auswertung des ATLAS MEDICUS® Infodienst. Im Jahr 2021 konnten die Orthopäden ihre GKV-Einnahmen gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum um rund 7% steigern. Hinsichtlich des Gesamtumsatzes zeigt sich bei der Fachgruppe ein deutlicher Unterschied nach Ost und West. Während vertragsärztliche Orthopäden in den alten Bundesländern auf einen durchschnittlichen Jahresumsatz in Höhe von rund 579 Tsd. Euro kommen, müssen sich ihre Kollegen in den neuen Bundesländern mit 64% des Einkommens (knapp 371 Tsd. Euro/Jahr) begnügen. Auch beim Praxisgewinn liegen die orthopädischen Vertragsärzte in Westdeutschland vorn. Nach Abzug der Kosten verbleibt ihnen ein Überschuss von durchschnittlich 270 Tsd. Euro je Arzt, während dieser Wert in Ostdeutschland mit rund 175 Tsd. Euro wesentlich geringer ausfällt.

Orthopäden zeigen Stärke bei den Privateinnahmen in IGeL

Orthopäden zählen zu den Fachgruppen mit einem besonders hohen Anteil an Privat- und Selbstzahlereinnahmen. Dem WIdO-Monitor (Ausgabe 1/2019) zufolge rangieren sie im Fachgruppenvergleich hinsichtlich des Anteils der Fachgruppe an den privatärztlichen Leistungen mit 13,3% an vierter Stelle und in Bezug der durchschnittlichen Zahl der IGeL-Angebote mit 386 Angeboten pro Arzt und Jahr sogar auf dem 3. Platz. Dem ATLAS MEDICUS® Infodienst zufolge erzielen die westdeutschen Vertreter der Fachrichtung sogar gut die Hälfte ihres Gesamtumsatzes im Privatpatienten- und Selbstzahlersegment. Im Osten liegt der Wert lediglich bei knapp 33%, was auch den vergleichsweise niedrigeren Gesamtumsatz und Gewinn erklären dürfte – die Leistungsvergütung über die private Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) liegt in der Regel deutlich über jener des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM), der im kollektivvertraglichen Bereich zur Anwendung kommt. Neben Leistungen für Privatpatienten und Selbstzahler bestehen für Orthopäden bzw. Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie – entsprechende Qualifikationen und Genehmigungen vorausgesetzt – weitere Honorarpotenziale in Form der Durchgangsarzttätigkeit(D-Arzt), der Belegarzttätigkeit und des ambulanten Operierens.

Kommentar:

Die Daten aus ATLAS MEDICUS® verdeutlichen, dass es sich bei der wirtschaftlichen Beurteilung des Gesundheitsmarkts und seiner Teilbranchen um ein überaus komplexes Feld handelt. So steht hinter den dargestellten Gesamtzahlen und Durchschnittswerten zu Umsätzen und Gewinnen eine Vielzahl an Praxen, die hinsichtlich Leistungsspektrum und Honorarzusammensetzung erheblich voneinander abweichen können. Daneben bestimmen viele weitere – teilweise interdependente – Einflussfaktoren wie Praxisgröße, Region, Standort, Konkurrenzsituation, Kostenstruktur etc. die wirtschaftliche Situation. Für Entscheidungen, die z.B. die strategische Ausrichtung oder größere Investitionen betreffen, oder für eine genaue Betrachtung der Ertragskraft und Wirtschaftlichkeit ist deshalb immer der detaillierte Blick auf die einzelne Praxis notwendig sowie ihre Positionierung in einem vergleichbaren Kontext.

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  Quelle: REBMANN RESEARCH
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