Die Preise für ärztliches Verbrauchsmaterial beim internationalen (Online-)Versandhändler für Medizinprodukte praxisdienst sind auch im zweiten Quartal weiter gestiegen, und zwar um 1,79 %. Der Index liegt jetzt bei 104,86 Punkten (vgl. Abb.).

Quelle: PRAXISDIENST (2026)
Preissteigerung in allen Kategorien
Die detaillierte Betrachtung der acht Index-Unterkategorien zeigt, welche Produktegruppen im Vergleich zum vorangegangenen Quartal Preissteigerungen oder -rückgänge verzeichneten. Im zweiten Quartal 2026 haben sich alle Produkte verteuert und zwar wie folgt:
- Schutzkleidung (+4,12 Punkte)
- OP-Bedarf/Sonstiges (+3,67 Punkte)
- OP-Bedarf/Einmalinstrumente und Sets (+3,09 Punkte)
- Laborbedarf (+1,19 Punkte)
- Wund- und Verbandstoffe (+0,96 Punkte)
- Infusion & Injektion (+0,94 Punkte)
- Desinfektion (+0,53 Punkte)
- Hygieneartikel/Papierprodukte (+0,24 Punkte)
Kommentar:
Im zweiten Quartal 2026 erhöhten sich die Preise für medizinische Verbrauchsartikel in niedergelassenen Arztpraxen gegenüber dem Vorquartal um durchschnittlich 1,79 %. Auffällig ist, dass der seit 2021 erhobene Preisindex erstmals seit seiner Einführung in allen berücksichtigten Warengruppen einen Preisanstieg ausweist.
Hinter dieser Entwicklung stehen vor allem die gestiegenen Kosten für Rohstoffe und Logistik in Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt. Insbesondere Warengruppen mit einem hohen Importanteil verzeichneten deutliche Preissteigerungen. Bei einzelnen Artikeln – beispielsweise Nitrilhandschuhen – stiegen die Einkaufspreise zeitweise auf nahezu das Doppelte. Darüber hinaus wirkten sich im Berichtszeitraum verstärkt die zum Jahresbeginn von den Herstellern vorgenommenen Preisanpassungen auf die am Markt verfügbaren Waren aus.
Auch die Transportkosten trugen spürbar zum Anstieg des Preisniveaus bei. Höhere Treibstoffpreise führten zu steigenden Zuschlägen im Paket- und Speditionsverkehr und erhöhten damit die Logistikkosten entlang der Lieferkette. Zusätzlich verteuerten der gegenüber dem US-Dollar schwache Euro sowie ungünstige Wechselkursentwicklungen zahlreiche importierte Produkte und wirkten sich entsprechend auf die Verkaufspreise aus.
Quelle: PRAXISDIENST – Preisindex