Die Fachkräftelücke bei Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) hat sich innerhalb eines Jahres deutlich verringert. Für Zahnarztpraxen bedeutet das jedoch keine Entwarnung. Für fast jede zweite offene ZFA-Stelle stehen rechnerisch keine passend qualifizierten Arbeitslosen zur Verfügung. Dabei ist der Beruf bei jungen Frauen nach wie vor stark nachgefragt (lesen Sie dazu auch unsere News vom 30.4.2026). Bei der Ausbildungsqualität besteht allerdings Verbesserungsbedarf.
Fast jede zweite offene ZFA-Stelle bleibt unbesetzt
Nach dem aktuellen Fachkräftereport des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung verringerte sich die Fachkräftelücke bei ZFA zwischen März 2025 und März 2026 um 1.913 Stellen. Während im März 2025 noch für 6.153 offene Stellen keine passend qualifizierten Arbeitslosen zur Verfügung standen, waren es ein Jahr später 4.240. Das entspricht einem Rückgang von rund 31 %.
Insgesamt gab es im März 2026 bundesweit 9.063 offene Stellen für ZFA. Bei 46,8 % dieser Stellen standen rechnerisch keine passend qualifizierten Arbeitslosen zur Verfügung. Trotz der rückläufigen Fachkräftelücke blieb damit fast jede zweite offene ZFA-Stelle rechnerisch nicht besetzbar.
Die Auswertung basiert auf Daten zu gemeldeten Stellen und Arbeitslosen der Bundesagentur für Arbeit. Da nicht alle offenen Stellen gemeldet werden, rechnet die Analyse die Zahl der offenen Stellen mithilfe der Stellenerhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hoch. Die Fachkräftelücke bezeichnet die offenen Stellen, für die rechnerisch keine passend qualifizierten Arbeitslosen zur Verfügung stehen.
ZFA-Ausbildung bei jungen Frauen weiterhin beliebt
Positiv entwickelte sich die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 2025 bundesweit 14.304 neue ZFA-Ausbildungsverträge abgeschlossen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um 5,1 %. Insgesamt befanden sich Ende 2025 rund 34.700 Personen in einer ZFA-Ausbildung.
Von den im Jahr 2025 neu abgeschlossenen ZFA-Ausbildungsverträgen entfielen rund 13.400 beziehungsweise 94 % auf Frauen. 8 % aller von Frauen neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge entfielen somit auf den Ausbildungsberuf ZFA, der damit von Frauen nach der Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten und zur Kauffrau für Büromanagement am dritthäufigsten gewählt wurde.
Kommentar:
Nur die Hälfte der ZFA-Auszubildenden ist mit der Ausbildung zufrieden
Für die Fachkräftesicherung kommt es jedoch nicht nur darauf an, neue Auszubildende zu gewinnen. Entscheidend ist auch, ob sie ihre Ausbildung erfolgreich abschließen und anschließend im Beruf bleiben.
Hinweise auf bestehende Probleme in der ZFA-Ausbildung liefert der DGB-Ausbildungsreport 2026. Demnach waren lediglich 50,7 % der befragten ZFA-Auszubildenden mit ihrer Ausbildung zufrieden oder sehr zufrieden. Im Vergleich der 25 untersuchten Ausbildungsberufe belegten die angehenden ZFA damit den letzten Platz. Im Durchschnitt aller betrachteten Ausbildungsberufe lag der Anteil der Zufriedenen bei 65,7 %.
Mehr als ein Drittel der befragten ZFA-Auszubildenden gab an, häufig oder immer Tätigkeiten übernehmen zu müssen, die nicht Bestandteil der Ausbildung sind und nicht dem Lernerfolg dienen. Über alle untersuchten Berufe hinweg berichteten 16,3 % von solchen Erfahrungen.
Darüber hinaus fühlten sich 29,5 % der angehenden ZFA häufig überfordert. Mit 53,2 % hatte mehr als die Hälfte regelmäßig Schwierigkeiten, sich nach der Ausbildungszeit zu erholen. Zudem gehörten
34,2 % der befragten ZFA-Auszubildenden zur Gruppe mit hoher mentaler Belastung.
Für den Ausbildungsreport wurden zwischen Mai 2025 und April 2026 insgesamt 13.227 Auszubildende aus den 25 am stärksten besetzten Ausbildungsberufen befragt. Die Befragung erfolgte überwiegend im Rahmen von Berufsschultouren der DGB-Jugend.
Die Fachkräftelücke bei ZFA bleibt eine strukturelle Herausforderung, der einzelne Zahnarztpraxen nur begrenzt entgegenwirken können. Die Ergebnisse des Ausbildungsreports zeigen jedoch, dass Arbeitgeber durchaus Einfluss darauf haben, ob Auszubildende ihre Ausbildung erfolgreich abschließen und anschließend im Beruf bleiben. Eine gute Ausbildungsqualität, verlässliche Betreuung, angemessene Arbeitsbelastung und attraktive Arbeitsbedingungen können daher einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten.
Quellen:
- KOFA KOMPAKT – Fachkräftereport März 2026 – Weniger Engpässe in Sozialberufen, mehr bei Infrastruktur und Verteidigung
- Destatis – Duale Berufsausbildung 2025: Top-Beruf bei Männern erneut Kfz-Mechatroniker, bei Frauen medizinische Fachangestellte
- DGB-Jugend – Ausbildungsreport 2026
- Destatis – Statistischer Bericht – Berufsbildungsstatistik 2025