MVZ liegen weiter im Trend

MVZ liegen weiter im Trend

Ende 2020 gab es bundesweit bereits 3.846 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und damit fast 9% mehr als noch im Jahr zuvor. Dies geht aus der jüngst veröffentlichten MVZ-Statistik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hervor. Damit setzt sich bei den MVZ-Gründungen der positive Trend der vergangenen Jahre fort. Bei knapp 45% der Einrichtungen handelte es sich um Krankenhaus-MVZ. Damit war dieser Anteil nach jahrelangem Anstieg erstmals in geringfügigem Ausmaß rückläufig. Hinsichtlich der Trägerschaft hielten sich Vertragsärzte und Krankenhäuser mit jeweils 42% die Waage (Mehrfachträgerschaften sind hierbei berücksichtigt). 16% der MZV befanden sich in sonstiger Trägerschaft. Die Größe der MVZ hat sich mittlerweile auf Werte um rund 6,1 Ärzte je Einrichtung eingependelt. Klinik-MVZ waren mit durchschnittlich 7,2 Ärzten je MVZ etwas größer.

Wie viele Ärzte arbeiten in welcher Form in den MVZ?
Mit den steigenden MVZ-Zahlen wächst auch die Zahl der dort arbeitenden Mediziner. Zum Stichtag 31.12.2020 waren in den MVZ insgesamt 23.640 Ärzte beschäftigt und damit knapp 9% mehr als noch 2019. Der überwiegende Teil (21.976) arbeitete dabei in angestellter Form. Vertragsärzte stellten lediglich einen Anteil von 7,6% (2019: 8,3%). Die Krankenhaus-MVZ übernahmen eine besonders wichtige Arbeitgeberfunktion. Sie beschäftigten mit 12.459 Ärzten rund 57% aller in MVZ ärztlichen Angestellten. Im Zeitverlauf zeigt sich ein eindeutiger Trend zu reinen Angestellten-MVZ. Deren Zahl lag Ende 2020 bei 3.104 (+ 10% gegenüber 2019). MVZ mit angestellten und Vertragsärzten wuchsen mit 5% (auf 628 Einrichtungen) deutlich schwächer, während die reinen vertragsärztlichen MVZ mit einem Minus von 7% bzw. einer Abnahme auf 122 Einrichtungen rückläufig waren.

Welche Fachgruppen sind aktuell in den MVZ vertreten?
Wie bereits in den Vorjahren waren in den MVZ die Hausärzte mit 3.588 Medizinern am häufigsten vertreten. Es folgten die Chirurgen/Orthopäden (3.289 Ärzte) und die fachärztlichen Internisten (3.029).

Wo gibt es die meisten MVZ?

Bei der räumlichen Verteilung der MVZ fällt auf, dass mit 85% der überwiegende Anteil der Einrichtungen in einer Kernstadt (47%) oder einem Ober- bzw. Mittelzentrum (38%) angesiedelt sind. Lediglich 14,1% der MVZ befinden sich in ländlichen Gebieten. Bayern (805 MVZ), Nordrhein (442) und Niedersachsen (341) verfügten zahlenmäßig über den größten Anteil der MVZ.

 

Kommentar:

Das erneute Wachstum der MVZ deckt sich mit dem anhaltenden Trend zur Angestelltentätigkeit. Die neue Ärztegeneration ist immer weniger dazu bereit, die Arbeitsbelastung, Verantwortung und das Risiko zu tragen, die mit einer eigenen Niederlassung einhergehen. Insofern ist es zu begrüßen, dass mit den MVZ eine ambulante Versorgungsform besteht, die für den dringend benötigten ärztlichen Nachwuchs offenbar als attraktiv gilt. Da jedoch lediglich 15% der MVZ in ländlichen Regionen angesiedelt sind, stellt sich nach wie vor die Frage, ob diese Einrichtungen tatsächlich – wie ursprünglich erhofft – zu einer besseren Versorgung auf dem Land beitragen können. Offensichtlich siedeln sich MVZ insbesondere dort an, wo eine hohe Patientendichte besteht. Hinzu kommt, dass viele Kliniken die MVZ nutzen, um über eine Steuerung der Einweisung ihre Auslastung zu erhöhen. Die designierten Regierungsparteien möchten nun mithilfe spezieller Versorgungszentren eine Lösungsmöglichkeit schaffen. So sieht der Koalitionsvertrag die Errichtung multiprofessioneller, integrierter Gesundheits- und Notfallzentren vor, die zudem eine kurzstationäre Behandlung ermöglichen sollen. Mit der in diesem Zusammenhang geplanten Einführung einer speziellen Vergütungsstruktur ist gleichzeitig eine wichtige Voraussetzung für finanzielle Anreize und damit für eine erfolgreiche Umsetzung vorgesehen.

Quelle: KBV – Medizinische Versorgungszentren

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