Im Jahr 2023 erwirtschafteten die niedergelassenen Fachärzte für Innere Medizin und Kardiologie in Deutschland ein Honorarvolumen von insgesamt rund 1,8 Mrd. €. Dies geht aus den Honorarübersichten des Atlas Medicus hervor. Die Summe setzt sich aus Leistungen zusammen, die über die gesetzliche und die die private Krankenversicherung abgerechnet wurden: rund1,2 Mrd. € entfielen auf gesetzlich versicherte Patienten und weitere rund 0,6 Mrd. € auf privat Versicherte. Damit stammt der überwiegende Teil der Einnahmen aus dem gesetzlichen Krankenversicherungssystem. Im Rahmen der GKV betreuten Kardiologen pro Quartal rund 3,6 Mio. Behandlungsfälle – hochgerechnet also etwa 14,5 Mio. Fälle im gesamten Jahr.
Abb.: Niedergelassene Kardiologen: Umsätze aus GKV und PKV (Relativbetrachtung)

Quelle: ATLAS MEDICUS (2025)
Kommentar:
Im Bereich der inneren fachärztlichen Medizin erzielten die Kardiologen im Jahr 2023 den höchsten Branchenumsatz. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass sie – abgesehen von den hausärztlichen Internisten – die zahlenmäßig stärkste Untergruppe der Internisten bilden. Kardiologen haben eine hohe Versorgungsrelevanz: In Deutschland leiden laut Deutschem Herzbericht rund 4,7 Mio. Menschen an der koronaren Herzkrankheit. Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellten im Jahr 2023 mit 290.000 Todesfällen bzw. 29 % aller Sterbefälle die häufigste Todesursache dar. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der Zunahme von Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, koronarer Herzkrankheit und Herzinsuffizienz ist von einer weiter steigenden Nachfrage nach kardiologischen Leistungen auszugehen. Die hohen Umsätze in der ambulanten Kardiologie erklären sich zudem durch technisch aufwendige diagnostische und therapeutische Verfahren, die eine kapitalintensive Geräteausstattung erfordern und daher entsprechend höher vergütet werden.
Kardiologie: Trend zur Ambulantisierung als Chance für die Versorgung
Während in der Vergangenheit komplexe kardiologische Verfahren fast ausschließlich unter stationären Bedingungen zum Einsatz kamen, zeigt sich laut Deutschem Herzbericht 2025 mittlerweile ein deutlicher Trend zur Ambulantisierung. So nahmen beispielsweise die ambulanten Koronarangiographien im Jahr 2023 um 26,2 % gegenüber dem Vorjahr zu. Besonders stark wuchsen die ambulanten koronaren CT-Angiographien (CCTA), die erst seit 2024 im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung enthalten sind: Zwischen 2022 und 2023 stieg ihre Zahl um fast 41 %. Auch Koronarinterventionen werden zunehmend ambulant durchgeführt. Zwar erfolgt der Großteil der perkutanen Koronarinterventionen (PCI) weiterhin stationär, doch erhöhte sich die Zahl der ambulant erbrachten PCI zwischen 2022 und 2023 um 8,5 %. Damit wurden im Jahr 2023 bereits 20 % aller Koronarangiographien und rund 4 % der Koronarinterventionen im ambulanten Setting durchgeführt. Nach Einschätzung der Deutschen Herzstiftung bietet die fortschreitende Ambulantisierung in der Kardiologie gerade in Zeiten knapper Ressourcen und tiefgreifender Veränderungen im Gesundheitswesen die Chance, die Infarktprävention zu stärken und die Versorgung langfristig zu sichern.
Quellen: