Niederlassung: Für junge Ärzte durchaus eine berufliche Option

Niederlassung: Für junge Ärzte durchaus eine berufliche Option

Die ambulante Versorgung steht vor großen Herausforderungen. Durch die demografische Entwicklung wächst die Nachfrage nach medizinisch-pflegerischen Leistungen. Gleichzeitig zeigen sich schon jetzt regional Versorgungsengpässe, insbesondere in ländlichen Regionen. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Neben dem Ausscheiden der Babyboomer-Generation führt auch der Trend zur Teilzeitarbeit zu einer spürbaren Reduktion der medizinischen Versorgungskapazitäten, und das, obwohl die reinen Arztzahlen in der ambulanten Versorgung kontinuierlich steigen.

Nach einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung liegt die Wochenarbeitszeit bei niedergelassenen Hausärzten durchschnittlich bei 48 Stunden, wo hingegen angestellte Ärzte im Mittel 16 Stunden pro Woche weniger arbeiten. Zur Sicherstellung der Gesundheitsversorgung ist es daher von zentraler Bedeutung, Nachwuchsmediziner langfristig für die eigene Praxis zu begeistern.

Nach einer aktuellen Umfrage des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung sehen 40 % der unter 35-jährigen Ärztinnen und Ärzte in Anstellung die Niederlassung als berufliche Option. Unter den 35- bis 39-jährigen angestellten Ärztinnen und Ärzten plant rund jeder Dritte den Schritt in die Selbstständigkeit. Gleichzeitig können sich etwa 32 % eine Niederlassung nicht als berufliches Ziel vorstellen. Ab dem Alter von 40 Jahren nimmt die Bereitschaft zur Niederlassung hingegen deutlich ab.

 

Kommentar:

Die Niederlassung für Nachwuchsmediziner attraktiver zu gestalten, ist ein zentraler Baustein, um die ambulante Versorgung künftig sicherzustellen. Dafür müssen bestehende Hemmnisse abgebaut werden, wie z. B. der hohe bürokratische Aufwand, der verbreitete Fachkräftemangel sowie zusätzliche Belastungen durch digitale Dokumentations- und Verwaltungsprozesse. Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird im Kontext der Selbstständigkeit häufig als Herausforderung wahrgenommen. An dieser Stelle sind auch spezialisierte Ärzteberater gefragt, die Jungmediziner zu informieren und unterschiedliche Niederlassungskonzepte aufzuzeigen. Nur so können Vorbehalte und Unsicherheiten aufseiten der Ärztinnen und Ärzte abgebaut und die Selbstständigkeit als berufliche Option gestärkt werden.

Quellen:

Stefanie Gorr
Autor Stefanie Gorr
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