Nutzungsmöglichkeiten für den TI-Messenger werden erweitert

Nutzungsmöglichkeiten für den TI-Messenger werden erweitert

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen vereinfacht nicht nur den Austausch von sensiblen Gesundheitsdaten, sondern eröffnet auch neue Potenziale in der sektoren- und einrichtungsübergreifenden Kommunikation. Eine zentrale Rolle nimmt hierbei der TI-Messenger ein.

2024 wurde der Sofortnachrichtendienst eingeführt und seitdem schrittweise ausgebaut. Im Unterschied zu bekannten Messengern (z. B. WhatsApp) erfüllt der TI-Messenger dabei hohe Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen und ist interoperabel. Das heißt, unabhängig vom Hersteller müssen die Anwendungen miteinander interagieren können.

Mittlerweile können nicht nur die Gesundheitsberufe schnell und sicher miteinander kommunizieren. Auch Versicherte können über den in die elektronische Patientenakte (ePA) integrierten TI-Messenger mit Ärzten, Krankenhäusern oder Krankenkassen in Kontakt treten. Künftig soll zudem ein Austausch per Video möglich sein.

Zudem kann der TI-Messenger künftig direkt in Primärsysteme wie die Praxisverwaltungssysteme (PVS) von Arztpraxen eingebunden werden. Nachrichten lassen sich dann unmittelbar über die PVS-Oberfläche versenden, ohne in eine separate Anwendung oder auf ein anderes Gerät wechseln zu müssen. Die neuen Spezifikationen erleichtern auch die organisationsinterne Kommunikation. So können Gesundheitseinrichtungen gemeinsame Chats mit anderen Akteuren in ihrem jeweiligen Softwaresystem individuell benennen.

 

Kommentar:

Der TI-Messenger ist ein wichtiger Baustein für eine besser vernetzte Versorgung. Kurze Rückfragen lassen sich auf sicherem Weg übermitteln, und auch organisatorische Absprachen innerhalb und zwischen Gesundheitseinrichtungen werden erleichtert. Allerdings bleibt bei den Nutzerzahlen noch Luft nach oben. Laut dem TI-Dashboard der gematik nutzten Ende September 2026 insgesamt 11.746 Mitarbeitende aus Kliniken, Praxen, Apotheken und Krankenkassen den Messenger. Im Vergleich dazu: Ende 2025 waren 191.875 Ärzte und Psychotherapeuten in der vertragsärztlichen Versorgung tätig. Umso wichtiger ist die neue Möglichkeit, den Sofortnachrichtendienst direkt in die Primärsysteme einzubinden. Dies dürfte die Nutzung im Arbeitsalltag erleichtern und damit auch zu steigenden Nutzerzahlen beitragen.

Quelle: gematik – „All in One“: TI-Messenger kann künftig auch über Softwaresysteme für Gesundheitseinrichtungen genutzt werden

Stefanie Gorr
Autor Stefanie Gorr
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