Im Jahr 2024 erwirtschafteten die niedergelassenen Fachärzte für Orthopädie in Deutschland ein Honorarvolumen von insgesamt rund 3,546 Mrd. €. Dies geht aus der vor Kurzem aktualisierten Honorarübersicht des Atlas Medicus hervor. Die Summe setzt sich einerseits aus Einnahmen aus der Behandlung gesetzlich versicherter Patienten (rund 1,86 Mrd. €) und andererseits aus Honoraren aus der Behandlung von Privatversicherten und Selbstzahlern (insgesamt rund 1,69 Mrd. €) zusammen. Dabei machten die GKV-Honorare etwas mehr als die Hälfte des Gesamthonorars aus (vgl. Abb.). Im Rahmen ihres vertragsärztlichen Versorgungsauftrags behandelten Orthopäden im Jahr 2024 rund 30 Mio. GKV-Fälle.
Abb.: Niedergelassene Orthopäden: Umsätze aus GKV und PKV (Relativbetrachtung)

Quelle: ATLAS MEDICUS (2025)
Kommentar:
Die Fachgruppe der niedergelassenen Orthopäden ist aus wirtschaftlicher Sicht gut aufgestellt. Im Rahmen des Atlas Medicus Gesamthonorarvergleichs, der insgesamt 37 ärztliche und zahnärztliche Fachgruppen berücksichtigt, zählen die Orthopäden zu den zehn umsatzstärksten Fachgruppen. Mit einem Plus von 10,7 % gegenüber dem Vorjahr hat sich das Gesamthonorarvolumen überdurchschnittlich positiv entwickelt. Einen wesentlichen Beitrag leisteten die nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechneten Leistungen, die sich im Jahr 2024 besonders wachstumsstark zeigten: Mit einer Umsatzsteigerung von 14,1 % verzeichneten die privaten Honorare ein deutlich dynamischeres Wachstum als die Einnahmen aus der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mit 7,7 %.
Orthopädie: IGeL haben hohen Stellenwert
Privat abgerechnete Leistungen umfassen nicht nur Behandlungen von privat Versicherten, sondern auch Einnahmen aus Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL). Orthopäden fallen unter die Fachgruppen mit einem traditionell hohen Anteil an Selbstzahlerleistungen: Laut aktuellem IGeL-Monitor entfallen von den bundesweit über alle Fachgruppen hinweg erzielten rund 2,4 Mrd. € Umsatz mit Individuellen Gesundheitsleistungen nahezu 400 Mio. € auf orthopädische Leistungen. Damit zählt die Orthopädie nach der Augenheilkunde und Gynäkologie zu den umsatzstärksten Disziplinen im IGeL-Bereich.
Niedergelassene Orthopäden: Nachfrage nach Leistungen steigt
Aufgrund der demografischen Entwicklung, des medizinisch-technischen Fortschritts sowie der strukturellen Veränderungen in der ambulanten Versorgung ist davon auszugehen, dass die Gesamtnachfrage nach ambulanten orthopädischen Leistungen in Deutschland in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. Der steigende Anteil älterer Menschen führt zu einer höheren Prävalenz muskuloskelettaler Erkrankungen, während moderne Diagnose- und Therapieverfahren sowie die fortschreitende Ambulantisierung eine Verlagerung vieler Behandlungen in den niedergelassenen Bereich begünstigt. In Verbindung mit einem wachsenden Bewusstsein für Prävention, Bewegung und Lebensqualität ergibt sich somit ein steigender Versorgungsbedarf im orthopädischen Bereich.