Die Bevölkerung in Deutschland wird immer älter – und damit steigt nicht nur die Nachfrage nach professionellen Pflegeleistungen, sondern das Anforderungsprofil an die Pflegefachkräfte ändert sich. Gleichzeitig leidet die Pflegebranche bereits jetzt unter einem massiven Fachkräftemangel, der sich in einer zunehmenden Arbeitsverdichtung in den Einrichtungen bemerkbar macht.
Die strukturellen Belastungen in Kombination mit den berufsbedingten Herausforderungen wirken sich auch auf die Gesundheit der Pflegekräfte aus. Berufsvergleichende Analysen zeigen, dass Pflegefachkräfte die höchste psychische Erschöpfung unter den sozialen Interaktionsberufen aufweisen. Die Ergebnisse des DAK Psychreports 2025 untermauern diese Entwicklung. Im Rahmen der Studie wurden rund 2,42 Mio. Krankschreibungen von DAK-Versicherten ausgewertet.
Insgesamt lagen psychische Erkrankungen 2024 auf dem dritten Platz der Erkrankungen mit den längsten Ausfallzeiten. Bei Frauen lagen die psychisch bedingten AU-Tage durchschnittlich bei 431 Fehltagen je 100 Versicherte, wohingegen bei männlichen Versicherten 266 Tage gezählt wurden. Altenpflegekräfte verzeichneten mit 573 Fehltagen pro 100 Versicherten einen der höchsten Werte im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen. Noch länger fielen nur Mitarbeitende in der Kinderbetreuung aus.
Kommentar:
Zeit- und Kostendruck, Schichtarbeit sowie der Umgang mit zunehmend komplexen Erkrankungsbildern belasten die mentale und körperliche Gesundheit von Pflegefachkräften erheblich. Das zeigen die aktuellen Daten des DAK Psychreports deutlich.
Zwar liegt es in der Verantwortung jedes Einzelnen, die eigene Gesundheit zu stärken – doch auch Pflegeunternehmen stehen in der Pflicht, gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen zu schaffen. Dazu gehören eine wertschätzende Unternehmenskultur und soziale Unterstützung durch Führungskräfte und Kolleginnen und Kollegen. Vor allem aber gilt eine gute Zusammenarbeit im Team als zentraler Resilienzfaktor, der Belastungen abfedern und das Wohlbefinden nachhaltig stärken kann.
Quellen: