Mit „Streamcheck“ steht seit Kurzem ein vom HealthTech-Start-up Streamcheck aus Vierkirchen (Sachsen) entwickelter digitaler urologischer Selbsttest zur Verfügung, der Prostataveränderungen sowie Auffälligkeiten im Zusammenhang mit Blasen-, Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen frühzeitig erkennen kann. Nach zweieinhalbjähriger Entwicklungsarbeit in Kooperation mit der Klinik für Urologie und Kinderurologie des Universitätsklinikums des Saarlandes wird das patentierte und CE-zertifizierte Medizinprodukt nun online vertrieben. Mit dem neuen, einfach im eigenen Badezimmer anzuwendenden Test verfolgt das Unternehmen das Ziel, die urologische Vorsorge bei Männern durch ein niedrigschwelliges Angebot zu verbessern.
Das Test-Kit wird in Kombination mit einer speziell entwickelten, benutzerfreundlichen App angeboten. Diese wertet automatisch alle relevanten Messdaten aus – darunter Harnflussrate, Urinvolumen und pH-Wert sowie Leukozyten, Nitrit, Glukose, Protein und Blut. Bei auffälligen Ergebnissen erhalten Nutzer eine Empfehlung zum Arztbesuch. Ein zusätzlicher Vorteil: Behandelnde Ärzte können die erfassten Daten direkt in ihre Diagnostik und Therapieplanung einbeziehen.
Das Screening-Kit ist über die Unternehmenswebsite für rund 200 € erhältlich. Für die Nutzung der App fallen monatliche Kosten von etwa 9,95 € an.
Kommentar:
Der medizinisch-technologische und pharmakologische Fortschritt – gestützt durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz – ermöglichen zunehmend eine Verlagerung einzelner Elemente der Diagnostik und Therapie aus den Praxen in das häusliche Umfeld. Auch wenn diese Angebote weder den Arztbesuch noch die Teilnahme an klassischen Vorsorgeuntersuchungen ersetzen, bieten sie dennoch wichtige Vorteile: Zum einen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass niedrigschwellige Präventions- und Kontrollangebote häufiger genutzt werden und damit auch Menschen erreichen, die aus unterschiedlichen Gründen auf Vorsorgeleistungen und Arztbesuche verzichten. Zum anderen erhöht sich die Chance, Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen, sodass ein gezielter Arztbesuch sowie eine rechtzeitige Diagnostik und Behandlung erfolgen können. Dies wiederum kann dazu beitragen, den Ausbruch von Krankheiten zu verhindern, Erkrankungen schneller zu diagnostizieren oder deren Verlauf zu verlangsamen.
Selbsttests für zu Hause können männliche „Vorsorgemuffel“ erreichen
Für Patienten bieten diese neuen Möglichkeiten in Kombination mit dem Arztbesuch zusätzliche Sicherheit. Für Ärzte wiederum liefern die regelmäßig erhobenen Daten zwischen den Kontrollterminen wertvolle Hinweise für die Diagnostik und das Monitoring, ermöglichen eine präzisere Therapieanpassung und können zugleich die Praxen entlasten. Langfristig eröffnet sich dadurch die Chance, die Krankheitslast in der Bevölkerung zu verringern, Behandlungskosten zu reduzieren und volkswirtschaftliche Belastungen zu senken.
Im konkreten Fall könnte der neue Selbsttest insbesondere jene Männer erreichen, die die Vorsorgeangebote der gesetzlichen Krankenversicherung – etwa aus Scham oder Unsicherheit – nicht oder zu selten in Anspruch nehmen. Prostatakrebs steht in Deutschland mit großem Abstand an erster Stelle der Krebsneudiagnosen bei Männern. Daneben gibt es zahlreiche weitere Erkrankungen der Prostata, etwa gutartige Vergrößerungen oder entzündliche Veränderungen.
Quelle: streamcheck