Experten-Rat "Pflegefinanzen" stellt Konzept für eine generationengerechte und paritätische Pflegekostenversicherung vor
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Experten-Rat "Pflegefinanzen" stellt Konzept für eine generationengerechte und paritätische Pflegekostenversicherung vor
SchließenVor dem Hintergrund des Prüfauftrags im Koalitionsvertrag hat der Verband der Privaten Krankenversicherung im September 2022 einen interdisziplinären Experten-Rat initiiert, der Lösungsvorschläge in Bezug auf die Absicherung der Finanzierung der Eigenanteile an den pflegebedingten Kosten erarbeiten soll. Die Mitglieder des Experten-Rates legen hiermit ihr Gutachten vor.
Ausgangspunkt für den Experten-Rat ist die Feststellung, dass die absehbare demografische Entwicklung in den Systemen der sozialen Sicherung zu einer weiteren Belastung der jüngeren Generationen zugunsten der älteren Jahrgänge führen wird. Vor diesem Hintergrund sollte die im Koalitionsvertrag geforderte generationengerechte Ausgestaltung nicht durch eine Ausweitung des Umlageverfahrens erfolgen. Der Experten-Rat entwickelt daher einen Vorschlag, bei dem die Differenz zwischen den pflegebedingten Kosten und den Leistungen der Gesetzlichen Pflegeversicherung durch Ansparungen über den Lebensverlauf finanziert wird. Die wesentlichen Elemente einer solchen zusätzlichen Versicherung, die in diesem Gutachten als ”Pflege+” Versicherung bezeichnet wird, werden im Folgenden beschrieben. Dabei legt der Experten-Rat Wert auf die Feststellung, dass sein Vorschlag eine deutliche sozialpolitische Flankierung enthält. Zugleich wird das Modell der Pflege+ Versicherung vom Experten-Rat hinsichtlich der zu erwartenden Prämien versicherungsmathematisch durchkalkuliert.
Die Ausgestaltung mit eigener Ansparung (Kapitaldeckungsverfahren) ist generationengerecht. Dieses Verfahren wäre aber mit hohen Prämien für ältere Versicherte verbunden, wenn auch für sie eine weitgehende Absicherung des pflegebedingten Eigenanteils angestrebt wird. Zudem hat ein Teil der älteren Geburtsjahrgänge bereits hinreichend finanzielle Vorsorge auch für das Pflegekostenrisiko getroffen. Daher sieht der Vorschlag des Experten-Rates für die Einführungsphase der Pflege+ Versicherung Übergangslösungen vor, welche die Leistungen, aber auch die Prämien für die älteren Geburtsjahrgänge begrenzen. Der Experten-Rat weist darauf hin, dass die Festlegungen darüber, ab welchem Lebensalter entsprechende Übergangslösungen greifen, durch den Gesetzgeber (mit entsprechenden Wirkungen auf die Prämien) variiert werden können.