Anzahl der Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte die in den Praxen arbeiten? Wie hoch waren die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für zahnärztliche Behandlungen in den vergangenen Jahren? Wie viel Zeit haben Behandler im Durchschnitt pro Woche für ihre Patienten aufgewendet? Und wie viele Füllungen wurden im Jahr 2023 in vertragszahnärztlichen Praxen gelegt? Präzise und fachlich belastbare Antworten auf diese und zahlreiche weitere Fragen finden sich im Jahrbuch der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV).
Schließen
Anzahl der Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte die in den Praxen arbeiten? Wie hoch waren die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für zahnärztliche Behandlungen in den vergangenen Jahren? Wie viel Zeit haben Behandler im Durchschnitt pro Woche für ihre Patienten aufgewendet? Und wie viele Füllungen wurden im Jahr 2023 in vertragszahnärztlichen Praxen gelegt? Präzise und fachlich belastbare Antworten auf diese und zahlreiche weitere Fragen finden sich im Jahrbuch der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV).
SchließenVorwort
Die obersten Ziele der Vertragszahnärzteschaft sind die Verbesserung der Mundgesundheit sowie die Sicherstellung einer wohnortnahen, flächendeckenden und qualitativ hochwertigen Versorgung. Hierfür gilt es, präzise Entscheidungen, die auf verlässlichen Daten basieren, zu treffen und hieraus sachlich begründete Forderungen der Vertragszahnärzteschaft vor allem an Politik und Krankenkassen abzuleiten. Nur so können die Weichen für eine bessere Patientenversorgung gestellt werden. Das Jahrbuch der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) liefert diese Informationen und ist eine fundierte Basis für politische Diskussionen und wissenschaftliche Untersuchungen zur vertragszahnärztlichen Versorgung.
Dass die präventionsorientierte Ausrichtung der Zahnheilkunde erfolgreich ist, spiegelt sich an dem seit Jahren sinkenden Anteil der Ausgaben für zahnärztliche Behandlung an den GKV-Leistungsausgaben wider. Dieser lag in 2023 bei 6,1 Prozent, zehn Jahre zuvor waren es noch 6,9, zwanzig Jahre zuvor sogar noch 8,7 Prozent.
Vor diesem Hintergrund sind gesundheitspolitische Fehlentscheidungen wie das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz mit einer strikten Budgetierung umso unverständlicher. Sie hat bundesweit einen dramatischen Einbruch bei den Neubehandlungen der Volkskrankheit Parodontitis verursacht: Gab es in 2022 - dem Jahr vor Einführung des Gesetzes - noch 1,445 Mio. Neubehandlungsfälle, lag ihre Zahl in 2023 nur noch bei 1,129 Mio., was einem Rückgang von 21,9 Prozent entspricht. Ende dieses Jahres wird die Zahl der Neubehandlungsfälle voraussichtlich nicht einmal die Millionenmarke überschreiten. Ein positiver Umkehrtrend bei der präventionsorientierten Parodontitistherapie wird sich nur dann einstellen, wenn der Gesetzgeber unmittelbar adäquate Rahmenbedingungen schafft.
Mit geeigneten Maßnahmen muss die Politik auch endlich der gewachsenen Bürokratielast in den Praxen begegnen: Durch Verwaltungsaufgaben aufgrund regulatorischer Vorgaben wird der Alltag in den Zahnarztpraxen und damit letzten Endes die Patientenversorgung heute in großem Maße beeinträchtigt. Wertvolle Zeit, die den Patientinnen und Patienten zugutekommen sollte, geht so verloren: In 2022 arbeiteten Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber im Durchschnitt 44,1 Stunden, von denen sie lediglich 32,4 Stunden behandelten. Im Vergleich: In 2021 waren es noch 32,6 Stunden, die für die Behandlung aufgewendet wurden - von insgesamt 43,7 Arbeitsstunden.
Trotz dieser Situation sind sich Zahnärztinnen und Zahnärzte ihrer Verantwortung bewusst und stellen die Versorgung aller Patientengruppen sicher: So hat die Zahl der Besuche bei Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderung 2023 mit 1,04 Mio. Besuchen einen neuen Höchststand erreicht, fast zwei Drittel davon entfielen auf die aufsuchende Betreuung in Pflegeeinrichtungen mit Kooperationsvertrag. Ebenfalls angestiegen ist die Zahl der Kooperationsverträge: 2023 lag sie bei 6.904, was einem Zuwachs von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Aktuelle versorgungspolitische Zahlen belegen jedoch, dass die Zahnärzteschaft vor großen Herausforderungen steht, nämlich die Versorgung unter den sich verschlechternden politischen Rahmenbedingungen künftig überhaupt noch sicherstellen zu können. Zwar ist die Zahl der an der vertragszahnärztlichen Versorgung teilnehmenden Zahnärztinnen und Zahnärzte (2023: 62.869, + 0,2 Prozent gegenüber 2022) bundesweit leicht gestiegen, in Vollzeitäquivalenten gerechnet ist die Entwicklung jedoch negativ, was an vermehrten, oftmals in Teilzeit erfolgenden Anstellungen liegt. Die Zahl niedergelassener Zahnärztinnen und Zahnärzte ist hingegen rückläufig: Während ihre Zahl in den westdeutschen Bundesländern um 2,2 Prozent auf 37.067 gesunken ist, war in den neuen Bundesländern sogar ein Rückgang von 4,9 Prozent auf 6.985 Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte zu verzeichnen.
Infolgedessen haben KZBV und die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen einen Aktionsplan für zukunftsfeste Strukturen in der vertragszahnärztlichen Versorgung verabschiedet. Nur mit zielgerichteten Maßnahmen kann es gelingen, den Nachwuchs für eine Niederlassung zu begeistern. Hier sind Selbstverwaltung und die Politik gleichermaßen gefordert, diesen (regionalen) Herausforderungen sachlich und lösungsorientiert zu begegnen. Denn dass sich der zahnärztliche Beruf grundsätzlich großer Beliebtheit erfreut, zeigt die Zahl der Approbationen, die in 2023 mit 2.505 zum dritten Mal in Folge oberhalb der 2.500-Schwelle liegt und damit deutlich über dem langfristigen Mittel (von jährlich rund 2.100 Approbationen).
Diese und viele weitere Daten, Zahlen und Fakten zu Themen der vertragszahnärztlichen Versorgung haben wir im vorliegenden Jahrbuch anschaulich aufbereitet. Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre!