Rheinland-Pfalz erhöht Mittel für Gemeindeschwesterplus

Rheinland-Pfalz erhöht Mittel für Gemeindeschwesterplus

Rheinland-Pfalz stellt seinen Landkreisen und kreisfreien Städten in diesem Jahr deutlich mehr Mittel für das Programm Gemeindeschwesterplus zur Verfügung. Die maximale Summe pro Kommune steigt auf 106.950 €. Insgesamt sind im Landeshaushalt 3,81 Mio. € eingeplant, um das präventive Beratungsangebot für ältere Menschen weiter auszubauen. Auslöser für die Erhöhung ist die tarifliche Gehaltssteigerung im öffentlichen Dienst von Mai 2025. Das Sozialministerium betont, dass die Kommunen damit spürbar entlastet werden sollen.

Förderung soll künftig automatisch steigen

Seit dem Jahr 2026 wird die Finanzierung zudem dynamisch an die Tarifentwicklung im öffentlichen Dienst gekoppelt. Die neue Richtlinie sieht vor, dass die Zuschüsse automatisch mit den Gehaltssteigerungen wachsen – vorausgesetzt, die jeweilige Kommune beschäftigt mindestens 1,5 Vollzeitkräfte im Rahmen des Programms. Diese Regelung soll Planungssicherheit schaffen und verhindern, dass steigende Personalkosten die Arbeit der Fachkräfte gefährden.

Unterstützung für ältere Menschen vor der Pflegebedürftigkeit

Das Programm richtet sich an Senioren, die noch selbstständig leben, aber Orientierung oder Unterstützung im Alltag benötigen. Die Fachkräfte besuchen die Menschen zu Hause, beraten zu Themen wie sozialer Lage, Gesundheit, Wohnsituation oder Mobilität und vermitteln Angebote vor Ort – von Bewegungskursen bis zu Begegnungstreffs. Zudem sollen sie in den Kommunen Strukturen fördern, die ein gesundes und selbstbestimmtes Leben im Alter ermöglichen. Landesweit sind derzeit 90 Fachkräfte im Einsatz; das Angebot ist flächendeckend etabliert und wird vollständig aus Landesmitteln finanziert.

 

Kommentar:

Das bereits 2015 im Rahmen eines Modellprojekts gestartete Programm Gemeindeschwesterplus leistet einen wichtigen Beitrag zur Prävention im Alter. Durch gezielte Beratung und Hausbesuche werden ältere Menschen frühzeitig unterstützt, damit sie möglichst lange selbstständig leben können. Die Fachkräfte erfassen nicht nur gesundheitliche, sondern auch soziale Bedürfnisse und tragen so dazu bei, Isolation und Pflegebedürftigkeit vorzubeugen. Gleichzeitig fördert das Programm lokale Netzwerke zwischen Pflege, Gesundheit und Ehrenamt – eine Strategie, die mit Blick auf die demografische Entwicklung langfristig Kosten vermeidet und gleichzeitig die Lebensqualität in den Kommunen erhöht.

Siehe auch News vom 9.11.2018

Quellen:

Karin Pfaff
Autor Karin Pfaff
Arrow right icon