RKI-Langzeitstudie gibt Aufschluss über Kindergesundheit

RKI-Langzeitstudie gibt Aufschluss über Kindergesundheit

Aus einer vom Robert Koch-Institut (RKI) im Zeitraum von 2003 bis 2017 durchgeführten Langzeitstudie zur Beobachtung der Gesundheit von in Deutschland lebenden Kindern und Jugendlichen (im Alter von 0-17 Jahren) konnten umfassende repräsentative Daten zur Kindergesundheit gewonnen werden. Zu der Langzeitstudie gehören drei Erhebungswellen: Basiserhebung (2003-2006), KiGGS Welle 1 (2009-2012), KiGGS Welle 2 (2014-2017). Die Datenerhebung wurde im August 2017 beendet.

Im Folgenden werden die wichtigsten Aussagen zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland nach Abschluss der Studie aufgezeigt.

  • Auch in der zweiten Folgeerhebung schätzen die meisten Eltern (95,7%) den Gesundheitszustand ihres Kindes als gut bzw. sehr gut ein.
  • 16,5% der Kinder und Jugendlichen erleiden im Laufe eines Jahres eine behandlungsbedürftige Unfallverletzung. Die Zahl der Verletzungen hat sich zur KIGGS Basiserhebung (in den Jahren 2003-2006) nicht verändert. Jungen sind signifikant häufiger betroffen (18,6% zu 14,3%).
  • 16,1% der Kinder leiden aktuell an einer allergischen Erkrankung (Heuschnupfen, Neurodermitis oder Asthma). Der Wert zeigt einen stabilen Verlauf.
  • Bereits im Kindes- und Jugendalter fallen Unterschiede des Gesundheitszustandes verbunden mit dem jeweiligen Sozialstatus auf und zeigen sich vorwiegend im Gesundheitsverhalten (Passivrauchen, Übergewicht, psychische Auffälligkeiten). Durch die Phasen der KiGGS Studie hinweg zeigte sich, dass der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit Risiko für eine psychische Auffälligkeit bei Familien mit niedrigem Sozialstatus im Vergleich zu sozio-ökonomisch höhergestellten Familien deutlich erhöht ist (33,5% vs. 9,8%).
  • Der Wert hinsichtlich psychischer Auffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen verbesserte sich von einem Fünftel aus den ersten beiden Phasen der KiGGS Erhebung auf 16,9%. Insbesondere Jungen im Alter von 9 bis 17 Jahren zeigen in der zweiten Folgeerhebung weniger psychische Auffälligkeiten.
  • Die Raucherquote von Jugendlichen ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Geht die Studie in der Basiserhebung von einem Raucheranteil bei 11- bis 17-Jährigen von 21,4% und in der ersten Folgeerhebung von 12,4% aus, zeigt die zweite Folgeerhebung, dass nur noch ein Drittel (7,2%) der Kinder und Jugendlichen zumindest gelegentlich zur Zigarette greift.
  • Die Mehrheit der Jungen und Mädchen (73%) im Alter von 3 – 17 Jahren sind in ihrer Freizeit sportlich aktiv. Jungen treiben signifikant mehr Sport als Mädchen (70,9% zu 75,1%).
  • Der Anteil der übergewichtigen (einschließlich adipösen) Jugendlichen (11-17 Jahre) hat sich nach einer Erhöhung in der Zwischenphase der zweiten Folgeerhebung deutlich gesenkt. Während der Wert in den ersten beiden Phasen fast unverändert bei 18,8% lag, erreichte die KiGGS Welle 2 eine Verbesserung auf 15,4%. Die Prävalenz von Adipositas ist in Phase 1 von 8,9% in der Zwischenphase auf 10% gestiegen und hat sich bis zum Jahr 2017 laut Ergebnisse der KiGGS Welle 2 auf den Bestwert von 5,9% verbessert.

Entwicklung der Faktoren Raucherquote, Übergewicht, Adipositas über die drei KiGGS Erhebungswellen

Quellen:

 

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