Insgesamt 45,3 % der Bundesbürger zeigen sich mit der Qualität des Gesundheitswesens unzufrieden. Das geht aus einer repräsentativen Civey-Umfrage im Auftrag von Pharma Deutschland von November 2025 hervor. Als größte Herausforderung im Alltag nennen die Befragten mit deutlichem Abstand die hausärztliche Versorgung (42,3 %), gefolgt von der physischen fachärztlichen Versorgung (36,5 %), der psychischen Versorgung (33,3 %) sowie der Krankenhausversorgung (29,3 %). Am besten bewertet wurde die Apothekenversorgung mit 6,2 %. Ein genauerer Blick auf die einzelnen Bundesländer offenbart dabei ein weitgehend homogenes Bild: Mit Ausnahme des Saarlands, wo die Krankenhausversorgung als größte Herausforderung wahrgenommen wird, sorgen sich die Bürger in allen Bundesländern vor allem um die hausärztliche Versorgung. An der Spitze stehen Mecklenburg-Vorpommern (55,3 %), Thüringen (55,1 %) und Rheinland-Pfalz (52,4 %). Auffällig ist zudem ein ausgeprägtes Ost-West-Gefälle. Mit Ausnahme Berlins weisen die ostdeutschen Bundesländer sowohl in der hausärztlichen als auch in der physischen fachärztlichen Versorgung überdurchschnittlich hohe Problemwerte auf (vgl. Tab.).
Tab.: Herausforderungen bei der Gesundheitsversorgung vor Ort

Quelle: bifg und Bertelsmann Stiftung (2025)
Kommentar:
Der Vergleich mit der Konkurrenzkarte aus Atlas Medicus zeigt, dass die Wahrnehmung der hausärztlichen Versorgung nicht mit der tatsächlichen Versorgungsdichte korreliert – zumindest nicht im Bereich der Allgemeinmedizin: In allen gelb, orange und insbesondere den rot markierten Regionen liegt die Versorgungsdichte im Bundesvergleich überdurchschnittlich hoch. Das bedeutet, dass die Zahl der auf einen Allgemeinmediziner entfallenden Einwohner unterdurchschnittlich gering ist (vgl. Abb.). Laut Marktatlas ist die Allgemeinmedizinerdichte gerade in Mecklenburg-Vorpommern, wo die hausärztliche Versorgung bundesweit als besonders herausfordernd wahrgenommen wird, bundesweit am höchsten. Hier entfallen durchschnittlich nur 1.841 Einwohner auf einen Allgemeinmediziner, während ein Allgemeinmediziner in Bremen, der KV-Region mit der niedrigsten Hausarztdichte, für 2.531 Einwohner zuständig ist.
Der detaillierte Blick auf die KV-Region zeigt zudem, dass – mit Ausnahme des Landkreises Ludwigslust-Parchim (2.291 Einwohner je Allgemeinmediziner) – alle Landkreise und kreisfreien Städte in Mecklenburg-Vorpommern eine zum Teil deutlich höhere Allgemeinmedizinerdichte aufweisen als der Bundesdurchschnitt (2.144 Einwohner je Allgemeinmediziner). Wie aktuelle Berechnungen der Bertelsmann Stiftung und des Barmer Instituts für Gesundheitssystemforschung zeigen, wird Mecklenburg-Vorpommern zudem künftig kaum von hausärztlichen Versorgungsengpässen betroffen sein (vgl. Abb.).
Quellen: