Sachsen-Anhalt: mit Telemedizin gegen den Augenarztmangel

Sachsen-Anhalt: mit Telemedizin gegen den Augenarztmangel

Um dem zunehmenden Mangel an Augenärzten zu begegnen, hat die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt 2024 ein telemedizinisches Modellprojekt gestartet. In sogenannten Telemedizinischen Versorgungseinheiten (TEAS) können Patienten im Altmarkkreis Salzwedel augenärztlich betreut werden, obwohl vor Ort keine Fachärzte verfügbar sind. Medizinische Fachangestellte und Optiker übernehmen die Untersuchungen; die erhobenen Daten werden anschließend von Augenärzten telemedizinisch ausgewertet.

Wie aus einer im Ärzteblatt veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, stößt das Angebot bislang auf positive Resonanz bei Patienten und Fachkräften. Besonders im Altmarkkreis, wo 3,5 Augenarztstellen unbesetzt sind und ein Drittel der praktizierenden Ärzte bereits über 60 Jahre alt ist, bietet das Projekt eine wichtige Entlastung.

Das Land Sachsen-Anhalt fördert das Modell bis Ende 2026 mit rund 2 Mio. €. Bei erfolgreichem Verlauf ist geplant, die telemedizinische Versorgung dauerhaft in die Regelversorgung zu übernehmen.

 

Kommentar:

Das Projekt gilt als positives Beispiel dafür, wie – zumindest in einigen Fachbereichen – die medizinische Versorgung trotz Ärztemangels gesichert werden kann. Für die Patienten entfallen weite Anfahrten zur nächstgelegenen Augenarztpraxis sowie lange Wartezeiten auf einen Termin. Besonders ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen profitieren von dieser Entlastung. Auch für die Augenärzte bietet das Konzept Vorteile: Sie können ortsungebunden und flexibel arbeiten – etwa in Teilzeit oder sogar im Ruhestand – und so weiterhin einen Beitrag zur Versorgung leisten.

Quelle: KV Sachsen-Anhalt – Projekt TEAS

Dr. Elisabeth Leonhard
Autor Dr. Elisabeth Leonhard
Arrow right icon