Shop-Apotheke baut Position als Marktführer aus: Rx-Umsätze als Wachstumstreiber

Shop-Apotheke baut Position als Marktführer aus: Rx-Umsätze als Wachstumstreiber

Die Shop-Apotheke erlöste 2025 hierzulande Umsätze in Höhe von knapp 1,6 Mrd. €, interessant dabei: Der Anteil von rezeptpflichtigen Arzneien liegt mittlerweile bei einem Drittel! Mit 503 Mio. € hat die Shop-Apotheke die Erlöse in diesem Segment im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt (254 Mio. € im Jahr 2024). Insgesamt dürften die Konzernumsätze der niederländischen Redcare Pharmacy, zu der die Shop-Apotheke gehört, laut Unternehmensangaben um fast ein Viertel auf 2,9 Mrd. € gestiegen sein. Deutschland ist dabei der bedeutendste Markt.

Auch bei der Nummer zwei der Branche, der Schweizer DocMorris Gruppe, ist Deutschland der wichtigste Markt, zu der neben der gleichlautenden Plattform noch weitere Online-Apotheken gehören (Medpex, Apotal). Zusammen kommen sie auf einen Umsatz in Höhe von knapp 1,1 Mrd. € (bei einem Anteil von Rx in Höhe von 252 Mio. €; plus 33 % im Vergleich zum Vorjahr).

Versandhandel wächst auch im OTC-Bereich

Versandhändler profitieren aber nicht nur vom jüngst eingeführten eRezept, welches die Rezepteinlösung beim Versandhandel erheblich vereinfacht, auch im Kernsegment – dem OTC-Markt – wachsen die Online-Apotheken stärker als der Markt: 6,4 % waren es in 2025, während die stationären Apotheken (Offizine) mit einem leicht schrumpfenden Markt konfrontiert waren (- 0,1 %). Während die Shop-Apotheke keinen Amazon Marketplace unterhält, ist DocMorris (über Esando, Apotal) auch auf der führenden E-Commerce-Plattform vertreten. Gemäß Sempora Consulting erwirtschaftet die Schweizer DocMorris Gruppe wie auch die apo.com Gruppe dort Umsätze von jeweils über 100 Mio. €/Jahr. Zu der apo.com Gruppe (335 Mio. € Umsätze in 2025) gehören u. a. Apodiscounter, apo.com, Apolux, Juvalis, Versandapo.de und die Deutsche Internetapotheke (DIA).

Amazon mittlerweile an Position drei!

Kumuliert man die Umsätze, die Amazon über Drittanbieter mit apothekenpflichtigen und freiverkäuflichen Gesundheitsmitteln in Deutschland erzielt (keine Rx-Arzneien), ergibt sich ein Volumen in Höhe von 430 Mio. € – das wäre Platz drei im Ranking. Neben den o. g. bestehenden Versandapotheken, die die Plattform als ‚Zweitmarkt‘ nutzen, können das auch andere Händler oder Hersteller selbst sein.

Es folgen medikamente-per-klick (305 Mio. €) sowie die Aponeo auf Platz 6 mit 182 Mio. € (siehe Abb.).

Ranking von Sempora Consulting GmbH: Umsätze Online-Apotheken

Quelle: SEMPORA Consulting GmbH

 

Kommentar:

Trotz der z. T. hohen Wachstumsraten schreiben viele Versandhändler Verluste – die Marktanteile und Umsätze werden teilweise durch teure Marketingkampagnen etc. erkauft. Es wurde zudem viel Geld in Logistik, Warenlager etc. aber auch in den Kauf anderer Online-Apotheken gesteckt. Übrig geblieben sind einige wenige Player, die mittelfristig nicht nur Arzneimittel vertreiben wollen, sondern sich als Gesundheits(plattform)/-anbieter platzieren wollen mit weiteren (digitalen) Angeboten.

Das lockt auch weitere Player im Markt, z. B. startete dm, Europas führende Drogeriemarktkette, mit einer eigenen Versandapotheke Ende letzten Jahres und auch Lidl und Rossmann planen den Einstieg ins OTC-Versandgeschäft.

Gemäß der Studie „dm & E-Pharmacy-Eigenmarken-Studie 25“ des Analytik- und Beratungsunternehmens Smile AI könnte dm bereits nach einem Jahr zu den sechs größten Versandhandelsapotheken gehören.

Quellen:

Petra Seisl
Autor Dr. Petra Seisl
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