Studie von Rebmann Research im Auftrag der Privaten Krankenversicherung (PKV)

Studie von Rebmann Research im Auftrag der Privaten Krankenversicherung (PKV)

Aus Sicht der niedergelassenen Ärzteschaft bietet das duale Versicherungssystem höhere Investitionsanreize als ein rein GKV-basiertes System

Die Studie nimmt – erstmals sehr detailliert – die Perspektive der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte ein. Sie quantifiziert die Bedeutung der privatärztlichen Versorgung für Investitionsentscheidungen und das flächendeckende Angebot neuer Diagnose- und Therapieleistungen anhand eines standardisierten Verfahrens in Atlas Medicus. Im Fokus stehen dabei innovative medizinisch-technische Leistungen, die von 2008 bis 2021 vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) neu zugelassen worden sind und die von verschiedenen niedergelassenen Fachgruppen erbracht werden. Die Anschaffung der dafür erforderlichen Medizintechnik bedeutet für die betroffenen, meist freiberuflich tätigen Ärzte ein erhebliches Investitionsrisiko. Dieses reicht von 25.000 € für die Balneotherapie über 1.200.000 € für die Myokardiale fraktionelle Flussreserve (FFR) bis hin zu 1.500.000 € für eine Positronen-Emissions-Tomografie mit CT (PET-CT).

Innovation durch Investition in die ambulante Versorgung

Die untersuchten Verfahren reichen von der Optischen Kohärenztomografie (OCT) bei der Diagnostik von Netzhauterkrankungen bis hin zur in der Radiologie und Nuklearmedizin genutzten indikationsabhängigen Diagnostik mittels Positronenemissionstomografie/Computertomografie (PET-CT). Dabei zeigt ein Blick zum Beispiel auf die Optische Kohärenztomografie (OCT), dass sich im Status Quo (GKV-PKV-Systemwettbewerb) Investitionen von Augenärzten und Augenärztinnen in die OCT innerhalb von 1,8 Jahren refinanzieren. Der kumulierte Liquiditätsbeitrag der Innovation zum wirtschaftlichen Betrieb der Augenarztpraxis liegt bei 282.452 €. Bei einem einheitlichen Regulierungs- und Vergütungsrahmen (GKV+) würde sich dagegen die Refinanzierungsdauer um 3,6 Jahre auf dann 5,4 Jahre verlängern. Der Liquiditätsbeitrag zum Betrieb der Facharztpraxis würde auf 30.087 € sinken. Im Ergebnis käme die Verbreitung der neuen Diagnose- und Behandlungsmethode bei niedergelassenen Augenärzten und Augenärztinnen in der Fläche entsprechend langsamer voran.

 

Kommentar:

Es wird deutlich, dass aus der wirtschaftlichen Bedeutung der Privatversicherten für die Arztpraxen positive medizinische Versorgungseffekte für alle Versicherten in der Fläche erwachsen.

Als Fazit lässt sich aus dem Vergleich der Auswertungen der verschiedenen Szenarien schließen, dass aus Sicht der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte von dem gegebenen dualen Versicherungssystem deutlich höhere Anreize zur Investition in innovative Diagnose- und Behandlungsmethoden ausgehen als von einem hypothetischen rein GKV-basierten Modell. Mit Blick auf die Refinanzierungszeiten von Innovationen sowie die Finanzierungskraft und Liquidität der Praxen trägt die Private Krankenversicherung (PKV) zu kürzeren Innovationszyklen und einer beschleunigten Innovationsdiffusion bei. Sie übernimmt in der Gesundheitsversorgung trotz des in Relation zur Gesamtversichertenzahl geringen Privatversichertenanteils – zumindest aus heutiger Sicht – eine unverzichtbare Rolle bei der Sicherstellung einer flächendeckenden Verwendung von neuen, innovativen Diagnose- und Behandlungsmethoden.

 

Pressemitteilung der PKV: PKV fördert die Verbreitung innovativer Behandlungsmethoden in Arztpraxen

Link zur vollständigen Version der Studie: Innovation und Diffusion in der ambulant-ärztlichen Versorgungsstruktur

Weitere Informationen finden Sie unter www.rebmann-research.de/pkv-innovation-diffusion

Dr. Bernd Rebmann
Autor Dr. Bernd Rebmann
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