Todesfälle 2020: COVID-19-Pandemie fordert ihren Tribut

Todesfälle 2020: COVID-19-Pandemie fordert ihren Tribut
In Deutschland sind im Jahr 2020 insgesamt 985.572 Menschen verstorben und damit 4,9% mehr als 2019. Als eine der Ursachen der vermehrten Todesfälle gilt die Corona-Pandemie. Dies geht aus den endgültigen Ergebnissen der Todesfallstatistik 2020 des Statistischen Bundesamts hervor. Insgesamt 39.758 Todesfälle gingen auf das Konto von COVID-19 als Grundleiden. Gemessen an der Gesamtzahl der Verstorbenen entspricht dies einem Anteil von 4,0%. Die tatsächliche Zahl der Opfer der Pandemie liegt jedoch noch höher, da jene Fälle nicht erfasst sind, bei denen COVID-19 auf dem Totenschein als Begleiterkrankung dokumentiert wurde. Die vom Robert Koch-Institut (RKI) erfassten, kumulierten Corona-Todesfälle seit Ausbruch der Pandemie summierten sich am 12. November bereits auf 97.389. Hierbei gilt jedoch zu beachten, dass die RKI-Zahlen nicht auf der amtlichen Statistik, sondern auf den Meldepflichten nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) beruhen. Was war 2020 die häufigste Todesursache? Wie bereits in den Vorjahren lagen die Herz-/Kreislauferkrankungen 2020 mit 34% aller Sterbefälle (338.001) mit Abstand auf Platz 1 der Todesursachen (gegenüber 2019: +2,1%). Die Altersgruppe 65+ war hierbei mit 93% der Fälle am häufigsten betroffen. Herzinfarkte forderten innerhalb der Herz-/Kreislauferkrankungen insgesamt 44.529 Menschenleben. Krebserkrankungen waren 2020 mit 231.271 Toten (23,5% aller Verstorbenen) die zweithäufigste Todesursache. Männer starben vor allem an bösartigen Neubildungen der Verdauungsorgane beziehungsweise der Atmungsorgane (Lungen- und Bronchialkrebs). Auch bei den Frauen waren bösartige Neubildungen der Verdauungsorgane am häufigsten. Bei den Einzeldiagnosen lagen jedoch die Todesfälle in Zusammenhang mit Brustkrebs an erster Stelle (18 425 Fälle). Suizide nahmen im Pandemiejahr 2020 leicht zu Nicht natürliche Todesursachen (Verletzungen, Vergiftungen etc.) hatten 2020 einen Anteil von 4,2% (41.794 Fälle). Mit 17.211 Fällen waren hierbei vor allem Stürze verantwortlich. Insgesamt 9.206 Menschen beendeten ihr Leben durch einen Suizid – was gegenüber dem Vorjahr einer leichten Zunahme um +1,8% entspricht.  

Kommentar:

(Booster-)Impfung gegen COVID-19 rettet MenschenlebenVerschiedene internationale Studien haben inzwischen den eindeutigen Nutzen der Corona-Impfungen belegt. Laut einer Untersuchung des RKI zeigte sich bereits wenige Wochen nach dem Start der Impfkampagne bei der besonders vulnerablen Altersgruppe 80+ ein deutlicher Rückgang der COVID-19-Inzidenz und -Mortalität. Aufgrund des im Zeitverlauf nachlassenden Schutzes durch die Grundimmunisierung – insbesondere bei den Hochbetagten – empfiehlt die Ständige Impfkommission STIKO dringend Auffrischimpfungen für diese Altersgruppe sowie für Menschen mit Immunschwäche. Unabhängig von der Empfehlung haben sich auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und die Ärzteverbände auf das Angebot sogenannter Booster-Impfungen für all jene Geimpften geeinigt, deren zweite Impfung sechs Monate zurückliegt. Angesichts der gegenwärtig rasant steigenden Inzidenzen bleibt zu hoffen, dass die Impfrate bei den Erst- sowie Auffrischimpfungen schnell gesteigert werden kann. Am 12.11.2021 waren mindestens 67,4% der Bevölkerung (56,08 Mio. Bürger) vollständig geimpft. 70,0% (58,18 Mio. Menschen) erhielten die Erstimpfung. Eine Booster-Impfung haben 4,3% (3,57 Mio. Menschen) erhalten. Quellen:
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