Umsatz: Wachstum im Inland, stagnierendes Exportgeschäft
Der Verband der Deutschen Dental-Industrie (VDDI) hat am 4.7.2025 seinen Geschäftsbericht 2024/2025 veröffentlicht. Diesem zufolge haben die VDDI-Mitgliedsunternehmen im Jahr 2024 einen Gesamtumsatz von 6,295 Mrd. € erzielt, was einem Wachstum von +1,6 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Dentalhersteller profitierten vor allem von der stabilen Inlandsnachfrage. Entsprechend stieg der Inlandsumsatz in 2024 um +3,7 % auf insgesamt 2,268 Mrd. €. Das Auslandsgeschäft legte hingegen nur leicht um +0,4 % zu, bei einem Gesamtvolumen von 4,028 Mrd. €. Die Exportquote beträgt 64,0 %.
Beschäftigte: Leichter Zuwachs im Inland, Rückgang im Ausland
Insgesamt beschäftigten die Unternehmen der deutschen Dentalindustrie im Jahr 2024 20.755 Personen (+0,2 % gegenüber dem Vorjahr), davon 3.160 im Ausland (-2,5 %).
Geschäftserwartung 2025: Betriebe blicken wieder optimistischer in die Zukunft
Für das laufende Geschäftsjahr 2025 erwarten die Branchenunternehmen mehrheitlich steigende Umsätze. Beim Exportgeschäft rechnen 55 % mit steigenden und lediglich 11 % mit fallenden Umsatzzahlen. Etwas verhaltener sind die Erwartungen für das Inlandsgeschäft: 45 % erwarten steigende und 10 % fallende Umsätze.
Die Geschäftszahlen für 2024 und die Geschäftserwartungen für 2025 sind das Ergebnis einer Mitgliederbefragung des Branchenverbands VDDI unter seinen Mitgliedsunternehmen (Befragungszeitraum Januar bis Anfang März 2025).
Kommentar:
Trotz globaler und konjunktureller Unsicherheiten sowie anhaltender Lieferkettenprobleme präsentierte sich die deutsche Dentalindustrie im Jahr 2024 mit einem Branchenwachstum, das im Inland mit 3,7 % deutlich über der BIP-Veränderungsrate von 2,9 % (nicht preisbereinigt) lag, als solide und widerstandsfähig. Zwar bleiben konjunkturelle Risiken bestehen – vor allem aufgrund der volatilen Zollpolitik Trumps und damit zusammenhängender Gegenzölle und Handelsbeschränkungen – und Themen wie „überbordende” Bürokratie, Lieferkettengesetz und Europäische Medizinprodukteverordnung (MDR) werden von vielen Mitgliedsunternehmen nach wie vor als belastende Faktoren eingestuft. Dennoch blicken die Dentalunternehmen wieder optimistischer in die nahe Zukunft. Die Gründe dafür sind einerseits die recht resiliente Nachfrage nach Zahnbehandlungen und andererseits die Innovationskraft und Exportstärke der stark mittelständisch geprägten deutschen Dentalunternehmen.
Die deutsche Dentalindustrie ist ein wichtiger Partner für die zahnärztliche Versorgung und das Zahntechnik-Handwerk und leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Verbesserung der Mund- und Zahngesundheit sowie der Lebensqualität von Millionen von Menschen in aller Welt. Deutschland verfügt mit seinen (Stand 2023) knapp 73.000 zahnärztlich tätigen Zahnärzten sowie (Stand 2024) rund 60.000 Zahntechnikern und etwa 6.000 gewerblichen Dentallaboren, nach Angaben des VDDI, über die höchste Anzahl an Dentalherstellern weltweit. Deutschland gilt auch als Weltleitmarkt im Dentalbereich und die deutsche Dentalindustrie – gemeinsam mit den USA und Japan – als weltweit führend.
Weiterführende Informationen zur Zahnmedizin- bzw. Dentallaborbranche finden Sie im Atlas Medicus Infodienst.