Verdienst angestellter Zahnärzte: Erfahrung, Qualifikation und Region machen den Unterschied

Verdienst angestellter Zahnärzte: Erfahrung, Qualifikation und Region machen den Unterschied

Die Vergütung angestellter Zahnärzte in Deutschland beinhaltet häufig variable Gehaltskomponenten, hängt stark von der Berufserfahrung und Qualifikation ab und weist neben geschlechterspezifischen auch deutliche regionale Unterschiede auf. Zu diesen Erkenntnissen kommt die Dentale Gehaltsstudie 2025, ein Kooperationsprojekt von Deutscher Zahnarzt Service, Team Lieblings-Zahnarzt, solvi und Wilde & Partner, das die Bruttogehälter von Vollzeitbeschäftigten (40-Stunden-Woche) im Jahr 2024 untersucht hat.

Berufserfahrung und Umsatzbeteiligung als zentrale Einflussfaktoren

Laut Studie steigt das Gehalt angestellter Zahnärzte mit zunehmender Berufserfahrung deutlich an. Direkt nach der Assistenzzeit liegt das Bruttogehalt bei 5.901 € pro Monat. Innerhalb der ersten zwei bis sechs Berufsjahre erhöht es sich im Schnitt um rund 16 % auf über 6.842 € und nach mehr als zehn Jahren auf 7.650 €.

Die Vergütung erfolgt für die Mehrheit der angestellten Zahnärzte (62 %) nicht ausschließlich über ein Fixgehalt, sondern über kombinierte Modelle mit Umsatzbeteiligung. Das reine Fixgehalt liegt im Mittel bei 6.250 € pro Monat. Angestellte mit Beteiligungsmodell erhalten dagegen eine niedrigere Fixkomponente von 5.000 € zuzüglich der Umsatzbeteiligung. Grundlage bildet eine durchschnittliche Umsatzbemessungsgrenze von 17.500 € (bei Vollzeitanstellung). Die mittlere Umsatzvergütung beträgt 25 % des Honoraranteils, der über dieser Schwelle liegt.

Qualifikationen zahlen sich aus

Zusätzliche Qualifikationen wirken sich ebenfalls positiv auf die Einkommensentwicklung aus. Zahnärzte mit einem Masterabschluss erzielen im Durchschnitt ein um 610 € höheres Monatsgehalt. Diese Tendenz zeigt sich ebenfalls in der fachzahnärztlichen Weiterbildung. Während angestellte Zahnärzte im Median ein monatliches Bruttogehalt von 6.944 € erhalten, liegen Oralchirurgen mit 9.306 € und insbesondere Kieferorthopäden mit 10.128 € deutlich darüber.

Starke regionale Gehaltsunterschiede in der Zahnmedizin

Die Gehaltsniveaus angestellter Zahnärzte zeigen signifikante regionale Unterschiede: In Süddeutschland werden mit 7.139 € die höchsten Median-Monatsgehälter erzielt, gefolgt von den östlichen Bundesländern mit 7.045 € und dem Norden mit 6.938 €. Am niedrigsten liegen die Einkommen in den westlichen Bundesländern mit rund 6.857 € – das entspricht einem Minus von 4 % gegenüber Süddeutschland. Zusätzlich lassen sich Unterschiede zwischen Stadt und Land erkennen: In dünn besiedelten ländlichen Regionen liegt das mittlere Gehalt im Schnitt um 622 € höher als in städtischen Gebieten mit sehr hoher Bevölkerungsdichte. Diese Diskrepanz ist überwiegend auf unterschiedliche Modelle der Umsatzbeteiligung zurückzuführen, während die Differenzen im Fixgehalt vergleichsweise gering ausfallen.

Geschlechterdisparitäten in der Umsatzbeteiligung

Bezüglich der Vergütung zeigen sich geschlechterspezifische Unterschiede, die sich primär in der Umsatzbeteiligung manifestieren. Das Fixgehalt weist hingegen keinen signifikanten Gender Pay Gap auf. Männliche Zahnärzte erzielen der Studie zufolge ein höheres monatliches Bruttogesamteinkommen (7.222 €) als ihre weiblichen Kolleginnen (6.889 €). Mögliche Einflussfaktoren für diese Diskrepanz könnten laut Studienautoren die unterschiedlichen Spezialisierungs- und Behandlungsschwerpunkte der Geschlechter sein.

Gehaltsvorteile bei angestellten Zahnärzten mit Niederlassungsabsicht

Zahnärzte, die eine Selbstständigkeit anstreben, erzielen in ihrem aktuellen Anstellungsverhältnis ein leicht höheres durchschnittliches Monatsbruttogehalt (7.236 €). Im Vergleich dazu liegt das Monatsgehalt der Kollegen ohne Niederlassungsabsicht bei durchschnittlich 7.043 €.

 

Kommentar:

Wie die obige Studie zeigt, zahlt sich offenbar bereits die Absicht zur Niederlassung finanziell aus. Ist der Schritt erst einmal getan, bietet eine freiberufliche Tätigkeit als Zahnarzt in der Regel deutliche wirtschaftliche Vorteile gegenüber einer Anstellung. Dies belegen auch die aktuellen Zahlen aus dem Atlas Medicus – auch wenn aufgrund unterschiedlicher Betrachtungsweisen (Median vs. Durchschnitt) keine direkte Vergleichbarkeit gegeben ist.

Während laut Studie angestellte Zahnärzte im Median ein Jahresbruttogehalt von etwa 83.328 € erzielen, liegt der durchschnittliche Praxisüberschuss je Vertragszahnarzt in Westdeutschland bei hochgerechnet rund 235.400 € (2023).

Bei dieser Gegenüberstellung ist zu berücksichtigen, dass von diesem Überschuss – ähnlich wie beim Bruttogehalt – noch Steuern, private Vorsorgeaufwendungen sowie gegebenenfalls Tilgungsleistungen für Praxiskredite abzuziehen sind. Dennoch verdeutlicht die erhebliche Differenz das finanzielle Potenzial einer eigenen Praxis. Der Schritt in die Selbstständigkeit bringt zwar höhere Verantwortung, Arbeitsbelastung und Risiken mit sich, eröffnet aber insbesondere langfristig in der Regel eine deutlich bessere wirtschaftliche Perspektive.

Quelle: Deutscher Zahnarzt Service – Dentale Gehaltsstudie 2025: Was verdienen angestellte Zahnärzt*innen wirklich?

Autor Antonia Leonhard
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