Niedriger Vitamin-D-Spiegel mit erhöhter Parodontitisprävalenz verknüpft
Parodontale Erkrankungen sind signifikant mit erniedrigten Vitamin-D-Spiegeln assoziiert. Dies belegt eine aktuelle Meta-Analyse von insgesamt 16 Studien, davon vier, die konkret die Vitamin-D-Serum-Konzentration bei gesunden und bei an Parodontitis erkrankten Patienten untersuchten.
Die Ergebnisse sind eindeutig: Patienten mit Parodontitis weisen im Serum deutlich niedrigere Vitamin-D-Werte auf als gesunde Vergleichsgruppen. Eine Vitamin-D-Supplementierung im Rahmen der nichtchirurgischen Parodontitistherapie verbessert klinisch relevante Parameter, insbesondere das Attachmentlevel. Für Sondierungstiefen und Blutungswerte ließ sich dieser Effekt dagegen bislang nicht nachweisen.
Klinische Relevanz
Vitamin D ist nicht nur ein zentraler Faktor im Knochenstoffwechsel, sondern wirkt in vielfältigen biologischen Regelkreisen. Die Prävalenz von Vitamin-D-Mangel in Deutschland ist hoch. Vitamin D wird überwiegend in der Haut durch Sonneneinstrahlung aus Vorstufen gebildet, während die Aufnahme über die Nahrung nur eine untergeordnete Rolle spielt. Ein Mangel entsteht daher häufig in den Wintermonaten oder bei geringer Sonnenexposition, kann jedoch durch gezielte Supplementierung ausgeglichen werden.
Kommentar:
Zahnärzte müssen Vitamin-D-Mangel als Parodontitis-Risikofaktor künftig stärker beachten
Die Ergebnisse der Übersicht zeigen eindrucksvoll, dass Vitamin D nicht nur im Knochenstoffwechsel eine Schlüsselrolle spielt, sondern auch für die Entstehung und den Verlauf parodontaler Erkrankungen von Bedeutung ist. Für die zahnärztliche Praxis bedeutet dies, dass ein Vitamin-D-Mangel künftig als relevanter Risikofaktor stärker in die individuelle Risikobewertung und Behandlungsplanung einbezogen werden sollte.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit von Zahnärzten mit Hausärzten von Vorteil
Da Vitamin D auch mit zahlreichen allgemeinmedizinischen Krankheitsbildern wie Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel- oder Autoimmunerkrankungen assoziiert ist, ist eine Zusammenarbeit zwischen Zahnärzten und Allgemeinmedizinern sinnvoll. Patienten profitieren, wenn der Vitamin-D-Status sowohl aus parodontaler als auch aus allgemeinmedizinischer Perspektive berücksichtigt und gegebenenfalls korrigiert wird. So könnte die gemeinsame Betreuung nicht nur die Mundgesundheit verbessern, sondern auch positive Effekte auf die Allgemeingesundheit haben.
In Fällen, in denen bereits systemische Risikofaktoren wie Diabetes, Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder wiederkehrende Infekte vorliegen, ist der interdisziplinäre Austausch mit Hausärzten besonders sinnvoll. Hausärzte können den Vitamin-D-Spiegel bestimmen und gegebenenfalls eine gezielte Supplementierung einleiten. Auf diese Weise wird die parodontale Therapie nicht isoliert betrachtet, sondern in ein umfassenderes Konzept der Gesundheitsvorsorge eingebettet.
Quelle: spitta dentalwelt – Wie wichtig ist der Vitamin D-Spiegel bei parodontalen Erkrankungen?